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Meine Stadt Rottweiler erschossen: Familie nimmt Rechtsanwalt
Hannover Meine Stadt Rottweiler erschossen: Familie nimmt Rechtsanwalt
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17:07 13.05.2016
Quelle: Foto:Christian Elsner HAZ / NP
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Hämelerwald

Anne Deneke, Rechtsanwältin aus der Laatzener Kanzlei Willig und Kollegen, wird für die Tifferts straf- und zivilrechtliche Schritte gegen Polizei und das Land Niedersachsen einleiten. „Es geht um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und um materielle Schäden“, sagt sie.

Die Tötung von Rottweiler-Rüde Jago (8) durch mehrere Schrottkugeln aus einer SEK-Waffe hat nicht nur bei der Familie, sondern auch in der Öffentlichkeit Entsetzen ausgelöst. Das Tier war bei der Erstürmung des Hauses von Elvira (56) und Thomas (59) Tiffert erschossen worden. Die Familie widerspricht der Darstellung der Polizei, Jago habe die Beamten angegriffen. Anhand der Spuren geht Sohn Alexander Tiffert (32) davon aus, dass sich der Vierbeiner unter einer Treppe verkrochen hatte. Die Polizei wollte Markus Tiffert (23) bei seinen Eltern festnehmen. Tatsächlich wohnt er aber seit Dezember 2015 nicht mehr dort.

Bei dem SEK-Einsatz war auch allerlei Inventar im Haus zu Bruch gegangen: durch Munition oder Brachialgewalt eingesetzter Beamter. Zudem verlangt Elvira Tiffert Schmerzensgeld. Sie steht unter Schock, ist inzwischen in psychotherapeutischer Behandlung. „Meine Mutter wacht auf und sieht immer wieder Jago in seiner Blutlache liegen“, erklärt Alexander Tiffert. Anwältin Deneke will auch ein Schadensersatz für den getöteten Hund.

Bei Facebook bittet inzwischen eine eigens eingerichtete Gruppe „Jago Spendenaufruf“ um Geld. Damit soll für Elvira Tiffert ein neuer Rottweiler gekauft werden. Eine tolle Initiative, wie Alexander Tiffert findet. Es könnte die 56-Jährige etwas über den Verlust des Rüden hinweg bringen. Jago bleibe aber unvergessen, so Alexander Tiffert: „Er war ihr Ein und Alles.“

Britta Mahrholz

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