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Meine Stadt Rotmilan stoppt Windparkbau bei Neustadt
Hannover Meine Stadt Rotmilan stoppt Windparkbau bei Neustadt
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00:16 31.03.2017
Windräder töten Jahr für Jahr viele Vögel und Fledermäuse.  Quelle: dpa
HANNOVER

 Der Bau des ersten eigenen Windparks der Stadtwerke Hannover ist vorerst gestoppt: In 200 Metern Abstand zu dem Baugelände in Esperke bei Neustadt baut ein Rotmilan ein Nest. Das hat ein von den Stadtwerken beauftragter Vogelkundler festgestellt. Die Vogelart ist geschützt, Tierschutzorganisationen fordern Mindestabstände zu Nestern und Schlafplätzen solcher Vögel. Die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarte etwa für Greifvögel wie den Rotmilan 1000 Meter.

Noch sei unklar, ob der Rotmilan das Nest bewohnen und ein Weibchen darin brüten wird – üblicherweise müsse das Männchen etwa fünf Nester anlegen, dann entscheidet sich das Weibchen für eines.

Roter Milan Quelle: dpa

Wird der Horst aktiv besetzt, wollen die Stadtwerke laut Sprecherin Bianca Bartels in dem Gemeinschaftsprojekt mit den Wirtschaftsbetrieben Neustadt die Sache mit Abstellzeiten für die fünf Windräder regeln – das sei so üblich. Kommt das so, müsste der 25-Millionen-Euro-Windpark wohl gut fünf Monate im Jahr stillstehen – das verringert den Stromertrag, erhöht die Zeit, bis die Investition sich rentiert. Das wolle man in Kauf nehmen, sagt Bartels, um „Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen“. Auf Abstellzeiten zu setzen, ist da keine sichere Sache: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof etwa hat das im März 2016 abgelehnt: Es sei nicht sicher, dass die Vögel tatsächlich nur in dem benannten Zeitraum vor Ort seien. Möglich, das andere Gerichte folgen.
 

Von Ralph Hübner

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