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GESCHÜTZT: Der Rotmilan.

GESCHÜTZT: Der Rotmilan.
 © Foto: dpa

STADTWERKE HANNOVER

Rotmilan stoppt Windpark in Neustadt

Die Rahmenbedingungen für den ersten Windpark der Stadtwerke Hannover werden nicht besser: Es wurden noch mehr geschützte Rotmilane in dem Baugebiet entdeckt. Dieses Jahr wird es nichts mehr mit Fertigstellung – offen ist, ob das Projekt ganz kippt.

HANNOVER.  Der erste Windpark der Stadtwerke Hannover soll in Esperke (Neustadt) entstehen – ein 25-Millionen-Euro-Projekt. Doch ob das wirklich umgesetzt werden kann, wird zunehmend fraglicher: In dem Gebiet ist ein weiterer Rotmilan-Horst entdeckt worden – und diesmal steht schon fest: Er ist besetzt, dort wird gebrütet. Damit gilt weiter: Baustopp!

Das haben laut Dietmar Leitke von der Bürgerinitiative Esperke der NABU, die BI selbst und ein Gutachter nachgewiesen. Die Stadtwerke Hannover bestätigen das der NP. Sprecher Carlo Kallen: „Der von uns beauftragte Gutachter berichtet von einem Rotmilan, der in der Nähe des Windparks brütet – mit welchem Erfolg, muss noch abgewartet werden.“ Schon seit März ruht der Bau, doch aufgegeben haben die Stadtwerke das Projekt nicht: „Wir haben es weiterhin mit einer Baupause zu tun.“ Man sei mit allen zuständigen (Naturschutz-)Behörden in Kontakt und prüfe „alle Optionen des Umgangs mit der Thematik“. Sicher ist: Man ist ein halbes Jahr hinter dem Zeitplan. Kallen: „In diesem Jahr kann die Anlage nicht mehr in Betrieb gehen.“

Als mögliche Reaktion auf die Anwesenheit des geschützten Greifvogels hatten die Stadtwerke bisher auf Abschaltzeiten für die Windräder gesetzt – unterm Strich würden die Windräder fünf Monate im Jahr stillstehen. Die BI Esperke glaubt, dass das „nach bisheriger Rechtsprechung zum Schutz des Rotmilans allein nicht ausreicht“. Sie fordert die Region auf, „endlich ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die bundesemmissionsrechtliche Genehmigung zu widerrufen beziehungsweise deren Vollziehung auszusetzen“.

Die BI Esperke sagt, dass sie bereits im Sommer 2016, lange vor Erteilung der Genehmigung, auf diese Probleme hingewiesen habe. Das Betreibergutachten aus 2014 aber weise keine Konflikte aus und stelle auch nahezu kein Brutvorkommen von Greifvögeln fest. Leitke: „Diese Darstellung ist mehr als realitätsfern.“

Der Windpark soll gemeinsam mit den Wirtschaftsbetrieben Neustadt (erstellt und betrieben werden, die fünf je 200 Meter hohen Windräder könnten theoretisch 14 000 Haushalte mit Strom versorgen.

Von Ralph Hübner


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