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Meine Stadt Ronnenberg: Nachbarin führt Sex-Protokoll - und klagt
Hannover Meine Stadt Ronnenberg: Nachbarin führt Sex-Protokoll - und klagt
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19:20 05.10.2010
Ein Auszug des Sex-Protokolls, das eine genervte Ronnenbergerin über ihre liebestollen Nachbarn geführt hat.
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Von Thomas Nagel

Ronnenberg. Ein Lauschangriff der besonderen Art: Fast ein Jahr lang hat Helga M. (Name von der Redaktion geändert) ihre Nachbarn belauscht. Minutiös listete sie auf, wann sich ihre Nachbarn liebten, welche Geräusche sie dabei verursachten und wann sich ein Orgasmus ereignete. Ein Beispiel: „9.10.2009, 23.15 bis 23.17 Uhr: Lautes Stöhnen mit lautem Seufzer von ihr beim Höhepunkt.“

Auf 33 Seiten hat Helga M. das Stöhnprotokoll bis zum 5. August 2010 geführt. Das Papier mutet wie ein Stasi-Protokoll an und erinnert an den Spielfilm „Das Leben der anderen“ – nur eben in Ronnenberg. Nun klagt die Frau auf Unterlassung. Dem jungen Pärchen drohe ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro, meint dessen Anwalt Marcin Raminski.

Der Anwalt bezeichnet die „einmalige“ Klage als zu undifferenziert. „Ein Protokoll reicht als Beleg für die Lärmbelästigung nicht aus“, so der Jurist. Zumal Frau M. am 10. Oktober die Polizei gerufen habe. Sie protokollierte weiter: „4.10 Uhr: Polizei trifft bei mir ein. Erkläre mein Anliegen. Der Polizist erklärt mir, dass er bei der momentanen Lautstärke keine rechtliche Handhabe hat.“

Genau da liege das Problem, erklärt Raminski. „Jeder Mensch empfindet Lärm anders“, so der Anwalt. Er fragt, wie man denn beim Liebesakt die Geräusche kontrollieren solle? „Dieser Lärm ist sozialadäquat“, so der Anwalt. Die Klägerin wollte sich gegenüber Medien nicht äußern.

Laut Gesetz muss nach 22 Uhr Zimmerlautstärke herrschen. Das bedeutet, dass Geräusche in den angrenzenden Wohnungen nur geringfügig zu hören sind – das gilt auch für Geräusche beim Sex. Im Gegensatz dazu gilt Kinderlärm wie Weinen auch in der Mittags- und Nachtzeit als akzeptabel. Der Lärm der Nachbarn ist in vielen Häusern ein Problem: Eine Umfrage des Immobilienportals „Immowelt.de“ ergab, dass sich jeder zehnte Mieter von den Sexgeräuschen der Nachbarn genervt fühle.

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