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Fahrstuhl funktioniert nicht

Rollstuhlfahrer gefangen im sechsten Stock

Erdal Canci ist gefangen. In seiner eigenen Wohnung. Der 36-Jährige kann sein Zuhause im sechsten Stock eines Hochhauses am Ossietzkyring (Mühlenberg) nicht verlassen. Denn Canci sitzt im Rollstuhl - und der Aufzug funktioniert nicht.

Hannover. Von Christian Franke

Hannover. „Das ist schlimmer als im Knast“, sagt er. „Der Fahrstuhl fällt permanent aus“, klagt Erdal Canci. Zuletzt fuhr der Aufzug am 28. Mai. Canci machte sich auf den Weg zum Zahnarzt. Als er nach Hause kam, war der Fahrstuhl außer Betrieb. „Die Feuerwehr musste mich die Treppe hochtragen“, erinnert er sich. Vier, fünf kräftige Feuerwehrleute seien dazu nötig gewesen. „Das war auch ein Akt für die“, sagt er.

Grund für den Ausfall sind Probleme mit dem Notrufsystem, heißt es von der Vermieterfirma Krasemann. Für das ist die Telekom zuständig, mit der man ständig in Kontakt sei. Man habe „vollstes Verständnis“ für die Verärgerung der Mieter: „Wir sind machtlos.“ Gestern habe sich die Telekom dem Vermieter gegenüber äußern wollen - und tat es nicht. Nachdem die NP mit der Hausverwaltung gesprochen hatte, hakte die bei der Telekom nach, die gestern noch einen Techniker vorbeischicken wollte.

Im Treppenhaus traf die NP gestern zumindest auf einen Techniker der Herstellerfirma des Fahrstuhls. Der zuckte nur mit den Schultern. „An uns liegts nicht“, sagte er.

Erdal Canci muss also weiter warten - und ist weiterhin auf Hilfe angewiesen. Normalerweise unterstützen ihn seine Eltern, die im Erdgeschoss des achtstöckigen Gebäudes wohnen. Doch die „sind für sieben Wochen in die Türkei geflogen“. Bei alltäglichen Dingen wie dem Einkaufen steht ihm sein Bruder zur Seite.

Dass er die Wohnung nicht verlassen kann, hat immense Auswirkungen auf das Leben des 36-Jährigen. „Ich habe eine Arbeit, die ich nicht verlieren möchte“, sagt er. Sein Job ist in einer Werkstatt für Behinderte in der Nordstadt. Doch niemand will ihm bestätigen, dass er wegen des defekten Fahrstuhls nicht dorthin fahren kann: „Ich bin gezwungen, meinen Urlaub zu nehmen. Ich kann nicht mal zum Arzt, um meine Krankschreibung abzuholen.“

Der 36-Jährige hat nun be-schlossen, dass er sich eine neue Wohnung suchen will, „aber die Wege sind mir sowieso schon erschwert“. Denn auch andere Wohnungen zu besichtigen ist ihm derzeit nicht möglich.

Verständnis für die Probleme hat er nicht: „Die Telekom hat so einen Riesennamen, und die kriegen es nicht hin, dass so ein Fahrstuhl läuft.“ Die Telekom äußerte sich auf NP-Anfrage nicht zu der Situation.


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