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Meine Stadt Rollsplitt sorgt für platte Fahrradreifen in Hannover
Hannover Meine Stadt Rollsplitt sorgt für platte Fahrradreifen in Hannover
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00:21 31.03.2018
Rollsplitt sorgt im Frühjahr oft für platte Fahrradreifen. Quelle: Archiv
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Hannover

Schnee und Eis sind weg, nun kann endlich wieder losgeradelt werden. Für viele Fahrradfahrer startet die Saison allerdings mit einem unfreiwilligen Zwischenstopp in der Werkstatt. Spitzer Rollsplitt sorgt für viele platte Reifen.

„Splitt ist derzeit definitiv eine der Hauptursachen für Platten“, sagt etwa Adrian König vom Radhaus Schauerte. Die kleinen Steine, die jetzt überall in der Stadt zu finden sind, seien teilweise so spitz, dass die mühelos durch die Reifen in den Schlauch stechen. „Je abgefahrener die Reifen sind, desto höher ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass der Splitt auch bis in den Schlauch vordringt.“ Selten ist das Phänomen nicht – im Gegenteil: „Etwa fünf platte Reifen reparieren wir hier zurzeit am Tag.“ Darunter seien zwar auch Reifen, die Glassplittern zum Opfer gefallen sind – die genaue Ursache sei nicht immer zweifelsfrei festzustellen. Die Häufung der „Plattfüße“ zur Splittzeit spreche allerdings schon für sich.

Beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) in Hannover kennt man das Problem. Grundsätzlich sei man dankbar, dass gestreut werde – da das zur Sicherheit im Straßenverkehr beitrage. „Splitt ist aber jedes Jahr eine Herausforderung für Reifen, insbesondere wenn das Profil etwas abgefahren ist“, sagt Swantje Michaelsen von der Geschäftsstellenleitung in Hannover. „Wir haben als ADFC das Interesse, dass zeitnah nach dem Streuen und der Glättephase wieder gefegt und gesaugt wird. Auch das gehört zum Winterdienst auf Radwegen.“ Ihrer Meinung nach ist der Zeitpunkt des Fegens schon lange gekommen: Die Straßen sind seit Tagen schnee- und eisfrei – der Splitt aber größtenteils  immer noch da.
„Der Splitt bleibt jedes Jahr je nach Wetterlage unterschiedlich lange liegen“, sagt Helene Herich von der Aha zur Problematik. „In diesem Jahr wird er bis mindestens zum 31. März liegen gelassen und frühestens – je nach Wettervorhersage – dann erst von der Straßenreinigung wieder aufgenommen.“

Allerdings verwendet die Aha nach eigener Aussage Splitt nur auf Straßen der Dringlichkeitsstufe 2  – also auf Neben- und kleinere Verbindungsstraßen, auf Gehwegen wie dem Cityring und auf Überwegen. „Radwege werden von uns nicht mit Splitt gestreut“, betont Herich. Radfahrer könnten somit nur beim Nutzen von Fahrbahnen der Dringlichkeitsstufe 2 oder bei Straßenquerungen mit Splitt in Berührung kommen – oder auf Gehwegen, die im Normalfall von den Eigentümern der anliegenden Grundstücke gestreut werden. Laut Satzung dürfen diese abstumpfende Mittel nutzen. Die Aha stelle Grundstückseigentümern jedes Jahr 1000 Streugutkisten mit Sand bereit.

Auch in anderen deutschen Großstädten ist der „Splittfuß“ bekannt. Teilweise werden alternative Streumittel getestet – etwa gewaschener und dadurch runderer Splitt, der die Reifen schont.

Auch die Aha habe in der Vergangenheit alternative Streumittel getestet. „Diese brachten jedoch leider nicht den gewünschten Effekt“, so die Aha-Sprecherin. „Denn für Autofahrer ist beispielsweise bei runderem, nicht scharfkantigem Splitt weniger bis kaum Reifengrip vorhanden.“

Allerdings besteht noch Hoffnung für die Opfer des „Splittfußes“. Herich: „Der momentan verwendete Splitt hat eine Körnung von zwei bis fünf Millimeter. Sofern die Mengen abgebaut sind, kann Aha für die nächsten Winter auch wieder alternative Streumittel prüfen, die sowohl für Rad- als auch Autofahrer geeignet wären.“

Wer auf Nummer sicher gehen will, könnte über die Anschaffung von sogenannten unkaputtbaren Reifen nachdenken. „Die gibt es eigentlich für jeden Radtyp“, sagt Adrian König vom Radhaus Schauerte. Preisspanne: etwa 35 bis 40 Euro. Und sie schützen nicht nur vor scharfem Splitt im Frühjahr. Sondern auch vor Glasscherben – und zwar ganzjährig.

435 Kilometer Radwege

Die Aha betreut insgesamt 435 Kilometer Radwege im Stadtgebiet. Diese werden auch im Winter geräumt. Davon sind 250 Kilometer in der Dringlichkeitsstufe 1 und somit in der nächtlichen Rufbereitschaft eingeordnet.
Dabei handelt es sich um verkehrswichtige Radwege. Seit Winter 2013/2014 testet Aha auch das neue Solesprühfahrzeug für Radwege auf der Strecke Bödekerstraße, Ferdinand-Wallbrecht-Straße, Lister Kirchweg, Vahrenwalder Straße zwischen Nordring und Sahlkamp, Sahlkamp und Großer Kolonnenweg.
Die Solestreuung wird in mehreren Großstädten getestet. Dadurch wird die Salzausbringung reduziert. Das heißt, Aha bringt kein Salz extra aus, sondern nur das Salz was in der Sole bereits enthalten ist. Es handelt sich hierbei um 22 Prozent Salzanteil aus einer Feuchtsalzlösung.

Simon Polreich

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