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Rockten die Swiss-Life-Hall: Matthias Reim (links), Dieter „Maschine Birr und 15 weitere Rock-Legenden.

Rockten die Swiss-Life-Hall: Matthias Reim (links), Dieter „Maschine Birr und 15 weitere Rock-Legenden.© Foto Wilde

Konzert

„Rock Legenden“ rocken Hannover

2000 Fans in der Swiss-Life-Hall feierten ihre Altstars – die einstigen DDR-Helden von Puhdys, City und Karat begeisterten mit ihren Hits, neuen Liedern und Gaststar Matthias Reim.

Hannover. Wenn damals etwas die DDR leicht verlassen konnte, dann waren es die Songs der heimischen Bands. Die Titel wurden im West-Radio gespielt, und auch ein gut sortierter Plattenhandel hatte die bekanntesten Alben der Szene auf Lager. Sicher ein Grund, weshalb die Tournee der „Rock Legenden“ inzwischen schon zum dritten Mal stattfindet.

Die rund 2000 Besucher in der Swiss-Life-Hall sind jedenfalls große Fans, viele stammen aus den neuen Ländern und begreifen den Abend als stimmungsvolle Retrospektive ihrer Jugend. Karat, City und „Maschine“, seines Zeichens Ex-Puhdys-Sänger Dieter Birr, haben Gitarren und Texte geschnürt und reisen nun gemeinsam durch die Republik.

Und was nach der Ankündigung im Netz noch für „Nerv“ gesorgt hatte, scheint doch keine so schlechte Idee gewesen zu sein: Matthias Reim, der lausbübische Schlagerstar aus der Nähe von Kassel, unterstützt das Gipfeltreffen der ostdeutschen Rockmusik: „Verdammt, ich lieb Dich“ trifft auf „Alt wie ein Baum“ und somit die 90er auf die 70er Jahre. Und so geht es gleich und mit kompletter Mannschaft in die Vollen.

Gemeinsam spielen die 17 Musiker „Leuchtspuren“, einen neuen Titel von City. Er handelt von der Kraft der Musik und von den Liedern, die einen ein Leben lang begleiten. Ein Leben lang heißt im Falle von „Maschine“ seit 1969, dem Geburtsjahr der Puhdys. Nun ist er mit neuen Musikern unterwegs und präsentiert Lieder aus seinen Soloalben. Natürlich hat er auch die Kulthits der Puhdys im Gepäck – wie „Geh zu ihr (und lass’ deinen Drachen steigen)“ aus dem Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“.

Jede Band hat gut 40 Minuten Spielzeit, und im­mer wieder kommen Mitglieder anderen Gruppen auf die Bühne und unterstützen ihre Kumpel. So wie Uwe Hassbecker, der eigentlich bei Silly rockt und Citys „Am Fenster“ an der Geige begleitet. Die Stunden vergehen wie im Fluge, Karat-Sänger Claudius Dreilich singt die Kult-Hits seines 2004 verstorbenen Vaters Herbert, wie der „Der blaue Planet“, schon damals ein veritabler Disko-Kracher.

Das sentimentale „Am Fenster“ von City braucht keine weitere Vorstellung. „Kleine Hände“ singen sie zusammen mit Reim. Auch wenn „Albatros“ oder „Über sieben Brücken“ den meisten Beifall einstreichen, belegen die Bands, dass sie immer noch über Potenzial und Kreativität verfügen. Sanfte Songs und packende Melodien, hier lauscht man der Geschichte und den Geschichten. Zum Abschluss mit drei Stücken und einem Medley stehen alle Musiker wieder zusammen auf der Bühne. Viel Spaß und viel Beifall!

Von Kai Schiering


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