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Baumhäuser und eine Riesenrutsche: Dezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette
begutachtet mit den Grundschülern deren Zukunftsmodell.© Sielski

Kinderträume

Riesenrutsche am Rathaus

Wenn Erwachsene die Zukunft Hannovers planen, geht es meist um Arbeitsplätze, politische Rahmenbedingungen und vor allem um die Kosten der Vorhaben. Beim Zukunftsmodell „Fliegende Autos und chillen in den Bäumen“ durften letztes Jahr die Schüler der damaligen Klasse 4a der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule (heute Grundschule im Kleefelde) ihre Visionen zu Papier bringen. Am Dienstag wurde das spannende Ergebnis im Foyer des Neuen Rathauses präsentiert. Unter den Visionen: Eine Riesenrutsche am Rathaus.

Hannover. In einem zweitägigen Workshop hatten die Grundschüler ihre Ideen und Wünsche zu den Themen Fortbewegung, Häuser und Menschen, Natur und Freizeit in Bildern zusammengefasst. Wenn es nach den Kindern geht, wohnen die Hannoveraner in rund 15 Jahren in Baumhäusern, genießen die Fahrt im Karussell am multifunktionalen Telemax und setzen sich für Tiere und Natur ein. Außerdem gibt es deutlich weniger Baustellen, weil die Straßen dank fliegender Autos geschont werden. Mit dem dadurch eingesparten Geld lässt sich dann sicher auch das Grundeinkommen für jeden Einwohner von bescheidenen 10 000 Euro monatlich finanzieren. Welch paradiesische Zukunft.
Perry Kufferath wünscht sich eine Riesenrutsche, die von der Kuppel des Rathauses bis in den Maschteich reicht. „Und ein Olympia-Stadion wäre toll“, fügt der Elfjährige hinzu, „mit einer Spezialstrecke für Usain Bolt.“
Sein ehemaliger Klassenkamerad Laurens Wittek (11) findet ein neues Fußballstadion mit 50 000 Sitzplätzen sinnvoll. Aber nicht etwa für die Profis von Hannover 96. „Dort könnte jeder unter Flutlicht Fußball spielen“, erklärt er. Einen guten Standort hat er sich auch schon überlegt: „Am besten in Kleefeld, direkt vor meiner Haustür.“
Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (55) sieht die Ideen der Schüler als Denkanstoß. „Wir als Stadtverwaltung sind in der Verantwortung, uns mit diesen Themen zu beschäftigen“, erklärt sie, „nur so können wir unseren Kindern eine Stadt mit Lebensqualität hinterlassen.“ Sie selbst findet den Vorschlag, Waldgebiete als Erholungszone anzulegen, besonders ansprechend. „Das könnte ich selbst gut gebrauchen“, scherzt sie, „von mir aus müssen wir damit nicht bis zum Jahr 2030 warten.“
Freya Markowis (32), Fraktionsvorsitzende der Grünen Ratsfraktion, geht noch einen Schritt weiter und will das erste Projekt schon bald in Angriff nehmen. „Eine Rutsche vom Rathaus – das ist eine tolle Idee, die wir gern aufgreifen“, sagt sie, „denkbar ist eine temporäre Rutsche im Inneren des Rathauses, die auf der Treppe in der Halle hinabläuft.“
Zum Neujahrsempfang im Januar 2017 soll das Spielgerät erstmals zum Einsatz kommen. „Ich habe schon das Bild vor Augen, wie die Kinder voller Freude die Treppe hochrennen, runterrutschen und unten im Bällebad landen“, so Markowis begeistert. Morgen will sie das Anliegen in der Geschäftsordnungskommission des Rates vortragen.
Wer selbst einen Blick auf das Zukunftsmodell werfen möchte, hat im Foyer des Neuen Rathauses noch sechs Wochen lang Gelegenheit dazu. Das könnte sich lohnen. Denn wer weiß? Vielleicht folgen ja bald noch weitere Projekte, die die Grundschüler mit ihren Visionen angeschoben haben.

Janina Scheer


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