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Meine Stadt Rewe will Ladenfläche von Kiosk an Limmerstraße nicht
Hannover Meine Stadt Rewe will Ladenfläche von Kiosk an Limmerstraße nicht
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00:17 10.06.2017
SAUER: Esengül Türk vor ihrem Kiosk – die Ladenzeile mietet Rewe künftig ganz.  Quelle: Foto: Heusel
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HANNOVER

 Ist die Lösung so einfach? Im Streit um die Schließung eines Kiosks an der Limmerstraße (NP berichtete) hat der Supermarkt Rewe der Kioskbesitzerin Esengül Türk ein Angebot gemacht: Man wolle der Frau bei der Hilfe nach einer neuen Lage für das Geschäft behilflich sein – könne sich aber auch vorstellen, ihr einem Job in dem Supermarkt anzubieten.

Zumal Rewe nie vorgehabt habe, den Kiosk zu verdrängen, erklärt Sprecher Raimund Esser: „Rewe hat gegenüber dem Vermieter lediglich den Wunsch geäußert, den Supermarkt um die Fläche des ehemaligen Rossmann-Geschäftes erweitern zu wollen. Das heißt, die Fläche des Kiosk ist unsererseits nicht angefragt worden.“ . Allerdings sei es der ausdrückliche Wunsch des Vermieters gewesen, dass eine infrage kommende Erweiterung grundsätzlich auch die Fläche des Kiosks inkludiert. „Insofern besteht aktuell ein Vertrag zwischen Rewe und dem Vermieter, der auch die Fläche des Kiosks zur Erweiterung beinhaltet.“

Türk hatte eine Kündigung fristgerecht zu Ende Mai erhalten. Dass es nun heißt, Rewe wolle die Fläche eigentlich gar nicht, überrascht die Geschäftsfrau dann doch sehr: „Das hat uns bisher niemand erklärt – der Vermieter ist ja auch nicht zu erreichen, wir versuchen es, aber er spricht nicht mit uns.“

Vielleicht ist der ja ähnlich überrascht wie Türk von dem großen Rückenwind für die Kioskbetreiberin – Hunderte demonstrierten für das Geschäft, Zehntausende unterschrieben bereist eine Online-Petition zum Erhalt des kleinen Geschäfts. „Wenn ich darüber spreche, wie die Leute mich unterstützen, bekomme ich sofort Gänsehaut und Tränen steigen mir in die Augen.“ Schockiert sei sie dagegen von dem Job-Angebot von Rewe gewesen. „Das ist ja überhaupt nicht unser Ziel. Das Ziel ist, den Kiosk zu behalten.“ Sie habe sich über Jahre ein Publikum aufgebaut, dass nun regelmäßig einkaufe – und das nicht, um dann einen anderen Job zu machen. „Selbstständig kann jeder werden. Die wahre Kunst ist ja, Kunden zu gewinnen und zu halten. Das ist sehr schwer und ich habe es geschafft. Das will ich nicht aufgeben.“

Erstmal geht sie nun juristisch gegen die Klage vor, grundsätzlich habe sie auch erstmal nicht vor, das kleine Geschäft aufzugeben. „Ich habe gesagt, ich bleibe bis zur Zwangsräumung, und das gilt auch weiterhin.“ Solange gefühlt ganz Linden an ihrer Seite stehe, „gebe ich nicht einfach auf.“

Von Sebastian Scherer

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