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ZAHLEN-AKROBATIK: Die Stadterhöht ihren Betriebskostenzuschuss. Das kombinierte Hallen- und Freibad soll attraktiver werden.

ZAHLEN-AKROBATIK: Die Stadt erhöht ihren Betriebskosten zuschuss. Das kombinierte Hallen- und Freibad soll attraktiver werden.© Jagielski

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Finanzen

Rettung fürs Misburger Bad

Vor die Wand fahren, selber wieder Betreiber werden oder aber höhere Zuschüsse zahlen - beim Misburger Bad bleiben der Stadt nur diese drei Möglichkeiten, erklärte Montag OB Stephan Weil.

Hannover. Die Firma Optisport Leisure Group hatte als Pächterin ihren Ausstieg angekündigt. Sie war nicht mehr bereit, ein jährliches Defizit von 500000 Euro zu tragen.

„Das Bad ist für den Stadtteil, aber auch darüber hinaus eine sehr wichtige Freizeiteinrichtung“, findet die Verwaltung. Sie wägte alle Varianten ab - und entschied sich für den höheren Betriebskostenzuschuss.

Statt 100000 Euro soll die finanzielle Hilfe künftig 440000 Euro betragen. Im Gegenzug verpflichtet sich Optisport, mehr für die Attraktivitätssteigerung zu tun und bis 2014 jährlich mindestens 300000 Euro in die Instandhaltung zu stecken. An Aktionen wie Disko-Schwimmen, Filmnächte, Warmbadetage, Sonntagsbuffet oder Mitternachtssauna wird gedacht. Pflanzen und frische Farbe sind als Sofortmaßnahmen vorgesehen.

Die Stadt gewährt den höheren Zuschuss erst mal nur in den Jahren 2012 bis 2014 - vorausgesetzt, der Rat stimmt zu. OB Weil argumentiert, jede andere Möglichkeit werde teurer für die Stadt und schlechter für den Bürger.

Bei der Verpachtung des einst städtischen Bades hatte sich der private Betreiber zur Sanierung in Höhe von 11,3 Millionen Euro verpflichtet. Für diese Summe stehe die Verwaltung bei den Banken gerade, so der OB. Auch im Fall einer Insolvenz müsse sie zahlen. Würde sie das Bad wieder selbst übernehmen, wird mit Kosten von 900000 Euro jährlich gerechnet. Vor der Übergabe an den privaten Betreiber waren es 700000 Euro.

CDU-Ratsherr Dieter Küßner mutmaßt, ein Vertrag bis zum Jahr 2014 solle den OB als SPD-Spitzenkandidaten nur über die Landtagswahl hinaus retten. Er hinterlasse einen „künstlich aufgebauten Schuldentempel“. Der Zuschussbedarf pro Besucher erreiche 15,50 Euro. Ein langfristiges Sanierungskonzept sei erforderlich, sonst drohe wirklich das Aus.

Über die Zukunft seines Bades wird als Erstes der Bezirksrat Misburg entscheiden - und zwar schon Mittwoch.


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