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Meine Stadt Region will 60 Millionen Euro für neue Wohnungen ausgeben
Hannover Meine Stadt Region will 60 Millionen Euro für neue Wohnungen ausgeben
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00:21 02.09.2018
Symbolfoto: Ein Schild warnt vor dem Betreten einer Baustelle. Quelle: Nandy
HANNOVER

Im Umland von Hannover müssen einer Entwicklungsstudie zufolge bis 2025 rund 28 300 Wohnungen entstehen, da die Region weiter wächst und Neubürger deshalb Wohnraum brauchen. Zuletzt schafften die 21 Städte und Kommunen aber nur rund 2500 (2016) und etwa 3000 (2017) neue Wohnungen im Jahr – zu wenig, um den Bedarf zu befriedigen. Vor allem an bezahlbaren und kleineren Wohnungen mangelt es laut der Untersuchung.

Deshalb will die Region Hannover die Wohnungsbauprogramme der Kommunen, bei denen die Planungs-und Bauhoheit liegt, durch finanziellen Anreiz befeuern. „In den Jahren 2019 bis 2021 stellen wir jeweils 20 Millionen Euro für eine pauschale Förderung zur Verfügung“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau. In den drei Jahren sind dies also zusammen 60 Millionen Euro. Und: Reicht das Geld nicht, will die Region aufstocken. Diese Wohnungsbauförderung ist ein Vorschlag der Regionsverwaltung und fließt in den Haushaltsplanentwurf ein, der am 25.September durch die Regionsverwaltung verabschiedet wird.

ANREIZ FÜR KOMMUNEN: Die Dezernentinnen Christine Karasch (von links), Andrea Hanke und Regionspräsident Hauke Jagau stellen die Wohnbauinitiative vor. Quelle: Franson

 

Wer viel baut, bekommt viel Geld – so die Kernaussage des Bauprogramms durch die Region. Heißt konkret: Für Ein-und Zwei-Familienhäuser gibt es pro Wohneinheit 1500 Euro, für Mehrfamilienhäuser 5500 Euro je Wohnung und bei einer geförderten Wohnung zahlt die Region an die jeweilige Kommune pro Wohnung 3000 Euro – vorausgesetzt, die Sozialbindung erstreckt sich über mindestens 20 Jahre. Die Regionsverwaltung geht wegen dieses Anreizes von etwa 4000 neuen Wohnungen jährlich aus und kommt auf rund 20 Millionen Euro Zuschuss pro Jahr. „Wir wollen mit dieser Staffelung Kommunen begeistern, dass sie in den mehrgeschossigen Wohnungsbau einsteigen“, so Sozialdezernentin Andrea Hanke, die mit Planungsdezernentin Christine Karasch und dem Regionspräsident das Programm vorstellte. Denn: In den vergangenen 20 Jahren sei der Geschosswohnungsbau vernachlässigt worden.

Das Besondere: Über die Verwendung des Zuschusses kann jede Kommune selber entscheiden. „Es können damit auch neue Computer in der Stadtverwaltung angeschafft werden“, so die Sozialdezernentin. Hauke Jagau geht davon aus, dass die Kommunen den Zuschuss eher in die Infrastruktur stecken. „Aus Kreisen der Bürgermeister höre ich immer wieder, dass sie bei Neubauten eher zurückhaltend sind, da die Städte dann auch immer in die Infrastruktur investieren müssen.“ Da wolle man den Kommunen nun helfen. Der Regionspräsident ist sich sicher: „Der Wachstumserfolg der Region Hannover wird sich in den kommenden Jahren einschränken, wenn wir den Menschen keinen ausreichenden Wohnraum anbieten und ihn an die Infrastruktur anpassen.“

Bei den 28 300 neuen Wohnungen bis 2025 sind bereits rund 10 000 Wohnungen als sogenannte „Fluktuationsreserve“ enthalten. Also Wohnraum, der kurzfristig für Neubürger zur Verfügung steht. „Diese Reserve wurde in den vergangenen Jahren immer mehr abgebaut. Sie sorgte für die Preisstabilität“, so Christine Karasch. Sozialdezernentin Hanke betont: „Wer gut verdient, bekommt eine attraktive Wohnung. Aber für Menschen mit kleinem oder mittlerem Einkommen wird es zunehmend schwerer.“ 40 Prozent der Bevölkerung in der Region sei auf bezahlbarem Wohnungsraum angewiesen. Und das seien nicht nur Geringverdiener, sondern auch Familien, Rentner oder Alleinerziehende.

Von Andreas Voigt

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