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Meine Stadt Region Hannover wächst – und braucht dringend Wohnungen
Hannover Meine Stadt Region Hannover wächst – und braucht dringend Wohnungen
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00:16 31.03.2017
Beliebt: In den vergangenen Jahren hat die Zahl der leeren Wohnungen in Stadt und Umland abgenommen, da sie von neuen Bürgern in Anspruch genommen wurden (Grafik oben). Die stärksten Zuwächse bei den Neubürgern hat es in den Umlandkommunen Seelze, Isernhagen, Laatzen und Pattensen gegeben (Grafik unten).   Quelle: Lill
Hannover

 Für wie viele Bewohner ist künftig noch Platz in der Region Hannover, also für die Landeshauptstadt und sein Umland? Nicht mehr für viele, hat die Verwaltung der Region ermitteln lassen – und eine Wohnbauinitiative aufgelegt. Die startet im April und hat das Ziel, Bauland zu finden und es dann zu fördern, damit am Ende bezahlbarer Wohnraum für alle entsteht.

Region erwartet 38 000 Neubürger bis 2025

„Wir müssen radikal umdenken. Schrumpfen war in den Nullerjahren, seit 2011 wächst die Region jährlich um 7000 Bürger“, sagte Sozialdezernent Erwin Jordan bei der Vorstellung der Initiative. Vor allem kleine Wohnungen sind in Zukunft gefragt – für Single-und Paarhaushalte. Bis Herbst 2018 will die Region nun mit Hilfe der 21 Kommunen und Experten die Wohnungsmarktentwicklung exakt analysieren und Bauland gefunden haben. Ein Hauptanliegen: Bis 2025 soll es einen leichten Wohnungsüberschuss gegenüber den Haushalten geben. Aktuell ist die Situation beinahe eins zu eins.

„Die Wohnungssituation in der Region ist und bleibt eine der großen Herausforderungen“, so Axel Priebs, Dezernent für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover. Denn eine aktuelle Prognose brachte ans Tageslicht, dass bis zum Jahr 2025 rund 18 300 Haushalte mehr erwartet werden – oder rund 38 000 neue Einwohner. „Das ist eine kleine Mittelstadt, etwa in der Größe von Laatzen oder Barsinghausen.“. Laut der Region leben in acht Jahren zusammen etwa 1,2 Millionen Bürger in Stadt und Umland von Hannover. Seit sechs Jahren nimmt die Einwohnerzahl in der Region ohne Unterbrechung zu, Hauptgründe dafür: Die Öffnung der EU nach Osten hin und allgemeine Binnenumzüge von Familien innerhalb Deutschlands. „Die Region Hannover ist bei den Arbeits-und Ausbildungsplätzen der beliebteste Standort in Norddeutschland“, so Axel Priebs weiter.

Baut die Region vor allem in Laatzen und Langenhagen?

Die Region räumte ein, bei vorangegangenen Wohnungsbau-Projekten „die Fläche nicht optimal genutzt zu haben“, wie es der Baudezernent ausdrückte. Zwar seien zwischen 1991 und 2015 rund 42 000 neue Wohngebäude entstanden, aber kaum Geschosswohnungen. Man habe vornehmlich auf Einfamilien-und Reihenhäuser gesetzt, die Entwicklung der vergangenen Jahre sei aber schon in Richtung ein bis zwei Personenhaushalte gegangen. „Kleine Wohnungen, die preislich auch bezahlbar sind, die fehlen in den nächsten Jahren“, sagte Wolfgang Jung, Leiter Team Regionalplanung.

Wohnungen will die Region vor allem dort bauen, wo bereits eine Infrastruktur vorhanden ist – „in Hannover und den angrenzenden Städten wie Laatzen und Langenhagen, in denen es ein Stadtbahnnetz oder stadtnahe S-Bahnhaltestellen gibt“, so Axel Priebs. Anders ausgedrückt: Ländliche Regionen wie Isernhagen oder Wennigsen mit einem hohen Anteil Einfamilien-Häuser kommen eher nicht in Betracht.

Immobilien in der Region weiter sehr begehrt

In den eigenen vier Wänden leben – dieser Wunsch und die niedrigen Zinsen haben dazu geführt, dass die Immobilienpreise in Hannover und im Umland weiter gestiegen sind. Laut dem Gutachterausschuss für Grundstückswerte wurden im vergangenen Jahr bei etwa 12 000 Immobilienverkäufen oder -käufen regionsweit 3,3 Milliarden Euro für Immobilien ausgegeben. Das sind 1,5 Millionen Euro mehr als 2015, heißt es in dem Jahresbericht. Der Bericht des Gutachterausschusses wertet alle Notarverträge aus und gilt deshalb als zuverlässige Quelle.

Am stärksten entwickelte sich der Markt bei gebrauchten Eigentumswohnungen: In Hannover stiegen die Durchschnittspreise um 3,5 Prozent auf 2140 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Im Umland erhöhten sich die Preise um 4,7 Prozent und kommen auf durchschnittlich auf 1600 Euro pro Quadratmeter. Bei Mehrfamilienhäusern ist die Zahl der verkauften Gebäude dagegen um 19 Prozent zurückgegangen. Freistehende Einfamilienhäuser haben in Hannover im Schnitt 405 000 Euro gekostet, plus 6,7 Prozent, im Umland lag der Durchschnittspreis bei rund 250 000 Euro (plus 5,4 Prozent).

Bei Reihen- und Doppelhäusern lag der Preisanstieg mit 4,3 Prozent (Stadt) und 2,7 Prozent (Umland) etwas niedriger. Die Zahl der Zwangsversteigerungen ist auf den niedrigsten Stand seit 2000 gesunken. Regionsweit waren etwa 12 000 Fälle registriert, aber nur 120 wurden abgewickelt worden: Eigentümer in wirtschaftlicher Not konnten ihre Immobilien wegen der starken Nachfrage verkaufen.

 

Von Andreas Voigt

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