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GEBÜNDELT: Glasfaserkabel sollen schnelles Internet in weitere 13 Kommunen der Region Hannover bringen.

GEBÜNDELT: Glasfaserkabel sollen schnelles Internet in weitere 13 Kommunen der Region Hannover bringen.
 © Foto: dpa

Breitbandausbau

Region Hannover: Schnelles Netz für (fast) alle!

Noch immer sind viele Gebiete außerhalb der großen Städte nicht mit einem schnellen Zugang zum Internet ausgestattet – da kommt die Region Hannover jetzt einen Schritt voran: Bis Ende kommenden Jahres sollen in 13 Kommunen weitere rund 5300 Haushalte und 290 Unternehmen die Möglichkeit eines Breitbandzugangs mit Tempo 30 bis 100 Megabit/Sekunde erhalten.

Hannover.  Das schnelle Internet kommt voran: Am Donnerstag wurden die Verträge von der Region Hannover mit den ausführenden Anbietern Telekom und Northern Access (Liebenau bei Nienburg) unterzeichnet. Ziel ist es, bislang unerschlossene Gebiete bis spätestens Ende 2018 mit Breitbandanschlüssen zu versorgen, die mindestens eine Datenübertragungsrate von 30 Megabit je Sekunde (Mbit/s) bieten. Nutznießer sollen gut 5300 Haushalte und 290 Unternehmen in Burgwedel, Gehrden, Isernhagen, Langenhagen, Lehrte, Pattensen, Ronnenberg, Sehnde, Springe, Neustadt, Uetze, Wedemark und Wennigsen sein. Die meisten auf Tempo 50 Mbit/s hoffen, laut Telekom dürften für etwa 60 Prozent Tempo 100 MBit/s drin sein.

Das Vorhaben erfordert nach Angaben der Beteiligten Investitionen von 9,5 Millionen Euro, das Ganze wird von Bund, Land und Region mit 3,4 Millionen Euro bezuschusst. Der Bund gibt 1,15 Millionen Euro, das Land 1,93 Millionen und die Region 330 000 Euro, um die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke der Unternehmen zu schließen, für die sich auf Grund der geografischen und demografischen Gegebenheiten der Ausbau des Netzes sonst nicht rentieren würde – und dann unterbliebe.

Da die Region – als das Projekt vor drei Jahren startete – ursprünglich erwartet hatte, das sie gut eine Million Euro zusteuern muss, will sie die nicht benötigten Mittel nutzen, um bald weiteren 250 Haushalten und 100 Firmen in der Region den Breitbandanschluss zu ermöglichen. Entsprechende Fördermittel seien beantragt, man sei mit den Netzbetreibern im Gespräch.

Für Regionspräsident Hauke Jagau ist der Start der Umsetzungsphase „ein schöner Tag. Denn Internet gehört heute ebenso zur Daseinsvorsorge wie Wasser und Strom – das muss man nicht mehr erklären. Da sind wir heute ein großes Stück weiter gekommen!“

Jetzt soll die Region Hannover einen Versorgungsgrad mit schnellem Internet von 99,6 Prozent haben und damit „das bestversorgte Gebiet in Niedersachsen“ sein, sagt Alexander Skubowius von der Wirtschaftsförderung der Region Da könne man „wirklich von einer flächendeckenden Versorgung sprechen“.

Die Telekom (für mehr als 80 Prozent des Ausbaus zuständig) will Anfang 2018 starten, Northern Access noch dieses Jahr. Rund 89 Kilometer Tiefbauarbeiten seien für die Verlegung von Glasfaserkabeln und für Leerrohre erforderlich. Ob jemand tatsächlich die Glasfaser bis ans Haus gelegt bekommt, hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab - möglich, dass für die „letzte Meile“ noch bereits liegende Kupferleitungen genutzt werden – das reicht je nach Entfernung von dem nächsten grauen Verteilerkasten zunächst noch bis zu 100 Mbit, mittelfristig soll auch das doppelte Tempo (Super-Vectoring) möglich sein. Die Anschlüsse müssen übrigens offen sein für andere Internet-Anbieter.

Warum ist HTP nicht dabei?

Die hannoversche Telefon- und Internetfirma HTP ist bei dem Projekt außen vor. Dabei hat das Unternehmen (gehört zur Hälfte den Stadtwerken Hannover) in der Vergangenheit vielen in der Region das schnelle Internet ins Haus gebracht. „Seit 2011 haben wir allein hier eigenwirtschaftlich 78 Orte ausgebaut, rund 15 Millionen Euro dafür investiert“, erklärt HTP-Sprecherin Kathrin Mackensen, „ohne Förderung!“. Man habe sich die Ausschreibung für das aktuelle Projekt damals angesehen, doch schnell festgestellt: Nicht wirtschaftlich leistbar „weil für uns sehr viel Tiefbau nötig gewesen wäre“ – sprich: Die Telekom etwa ging mit besseren Startvoraussetzungen in die Ausschreibung, da sie in den Gebieten mit ihrer Technik schon vertreten oder näher dran ist. Kein Beinbruch für HTP: „Wichtig ist, dass die letzten ,weißen Flecken‘ in der Region nun verschwinden“ und dort demnächst höhere Bandbreiten verfügbar seien.
 

Von Ralph Hübner


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