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Meine Stadt Region Hannover: Handel verzichtet auf Plastiktüten
Hannover Meine Stadt Region Hannover: Handel verzichtet auf Plastiktüten
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00:16 30.06.2016
Kommt nicht mehr in die Tüte: Wer im Supermarkt einkauft, musste schon fast überall für Tragetaschen zahlen.
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Hannover

„Die ganz große Mehrheit des Handels setzt so ein Zeichen für mehr Umweltbewusstsein“, findet Ullrich Thiemann, Verbandschef für Hannover. Unter anderem Trüffel Güse, Expert, Fairkauf, Lichtbreust oder Mira Michi machen hier neben den großen Filialketten bei der Aktion mit. Cruses Buchhandlung in der Südstadt gibt schon seit 2011 nur Baumwollbeutel gegen Pfand raus.

Angeschlossen hat sich der Aktion auch Edeka Wucherpfennig, obwohl Hannovers größter selbständiger Lebensmitteleinzelhändler in seinen neun Geschäften Plastiktüten noch nie gratis hergab. „Wir wollen signalisieren, für wie wichtig wir diese Aktion halten“, sagte Stefan Wucherpfennig gestern der NP. Seine Tüten genügten höchsten Recyclingansprüchen. Konkurrent Rewe geht noch weiter. Nur bis Juli erhalten Kunden dort Plastiktüten, die die Kette noch in petto hat. Danach haben sie die Wahl zwischen Papiertüten für zehn oder 20 Cent, PET-Einkaufstaschen zu 99 Cent oder Baumwollbeuteln für 1,79 Euro.

Der Händler will bundesweit 140 Millionen Plastiktüten durch die Umstellung einsparen. Textildiscounter KiK hat schon seit Oktober 2015 aus Umweltschutzgründen die klassischen Plastiktüten verbannt und nach eigenen Angaben allein in den vergangenen acht Monaten bundesweit schon rund 400 Tonnen Plastik eingespart. Mit der Aktion zur Selbstverpflichtung werden ab Juli mehr als 60 Prozent der Tüten eingespart, erwartet Hans-Joachim Ramwo, Chef des niedersächsischen Handelsverbandes. Sechs Milliarden Tüten gingen bislang in Deutschland – zumeist gratis – über die Kassentische. Manche Textilhändler zögerten aber noch. Ramwo: „Die scheuen sich davor, kleinlich zu wirken, wenn sie von jemandem, der einen 400-Euro-Anzug kauft, vierzig Cent für eine Tüte verlangen.“

Claudia Brebach

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