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Meine Stadt Regiobus schließt zwei Standorte
Hannover Meine Stadt Regiobus schließt zwei Standorte
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14:10 28.09.2018
IN BEWEGUNG: Regiobus. Quelle: Körner
Hannover

Die Entscheidung des Regiobus-Aufsichtsrates war keine Überraschung mehr. Einstimmig votierte das Gremium in einer Sondersitzung für die Aufgabe der Betriebshöfe Eldagsen und Wunstorf (NP berichtete). Dafür soll im Bereich Ronnenberg ein neuer Standort entstehen (Größe etwa 30 000 Quadratmeter).

Überraschend ist eher, dass auch die Vertreter des Betriebsrates am Freitag für den Vorschlag der Geschäftsführung stimmten. Im Vorfeld hatten sich die beiden Geschäftsführerinnen, Regina Oelfke und Elke van Zadel, mit dem Betriebsrat über dieses Thema unterhalten. Nach NP-Informationen einigten sich die Parteien auf einen „Nachteilsausgleich“. In Eldagsen und Wunstorf arbeiten fast 200 Mitarbeiter. Wenn es in drei bis fünf Jahren den neuen Standort gibt, können Beschäftigte mit einer Geldzulage für weitere Anfahrtswege rechnen.

Doch der Betriebsrat konnte weitere Zugeständnisse heraushandeln. So sollen Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag aufgenommen werden. Aus Arbeitnehmersicht lautet das wichtigste Ziel: Auch in Zukunft sollen nicht mehr Subunternehmer für das Nahverkehrsunternehmen fahren. Derzeit fahren etwa 130 Busse von anderen Firmen für die Regiobus. Das Unternehmen hat rund 260 Busse am Start. Die Subunternehmer zahlen ihren Fahrern geringere Löhne als bei der Regiobus üblich. Somit könnte es aus Unternehmer-Sicht attraktiv sein, mehr Subunternehmer zu beschäftigten. Das will der Betriebsrat verhindern, um auch eine Qualitätsverschlechterung bei der angebotenen Dienstleistung zu verhindern.

Betriebsbedingte Kündigungen sind bei der Regiobus ausgeschlossen. Allerdings teilte das Unternehmen am Freitag mit, dass die Zahl der 700 Beschäftigten wohl sinken werde. „Nicht alle Kollegen, die in Rente gehen, werden ersetzt werden“, so Regiobus-Chefin Elke van Zadel.

Die Regiobus ist zum Sparen verdammt. Insofern ist auch die Schließung des zu dezentralen Betriebshofes Eldagsen zu verstehen. Wenn Ende 2019 die ersten E-Busse kommen, bedeutet der Standort bei Springe zu viele Leerkilometer. Die Reichweite der E-Busse gilt als begrenzt. Die Sprinter-Linien 300, 500 und 700 sollen zuerst auf Elektro-Antrieb umgestellt werden. Dazu bedarf es einer Ladestation am Raschplatz.

Greifen die Maßnahmen (Verringerung des Liniennetzes, Verringerung der Betriebshöfe), kann das Unternehmen bis zu vier Millionen Euro jährlich einsparen. Das ist auch nötig, damit die Region das Unternehmen neu beauftragen kann.

Von Thomas Nagel

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