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mILLIONEN FAHRGÄSTE:  Regiobus ist überwiegend im Umland der Region tätig. Einige Linien fahren aber auch bis in Hannovers City.

Millionen Fahrgäste: Regiobus ist überwiegend im Umland der Region tätig. Einige Linien fahren aber auch bis in Hannovers City.© Franson

Nahverkehr

Regiobus: Das Schweigen des stillen Teilhabers

Ein möglicher Interessenskonflikt: Der Gesamtbetriebsleiter (51) der Regiobus war Geschäftsführer eines Subunternehmers. Der NP liegt auch ein Vertrag vor, mit dem sich der leitende Angestellte als stiller Teilhaber an der GmbH eingekauft hat. Ob dieser Vertrag noch besteht, ist unklar. Alle Beteiligten schweigen zu dem Thema. Die Regiobus antwortet nur noch per Anwalt auf die Fragen der NP.

hannover. Erst kürzlich hat Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) der Regiobus GmbH sein Vertrauen ausgesprochen – trotz der wachsenden Defizite. Ob diese Erklärung auch so ausgefallen wäre, wenn Jagau die Informationen gehabt hätte, die der NP vorliegen?

Es geht um den Gesamtbetriebsleiter (51) der Regiobus. Der leitende Angestellte soll gleichzeitig neben seiner Tätigkeit für die Regiobus auch als stiller Gesellschafter eines Hamelner Busunternehmens fungiert haben, das seit 2009 im Auftrag der Regiobus unterwegs ist. Im Umfeld von Regiobus wird dies hinter vorgehaltener Hand bereits seit längerem kontrovers diskutiert, schließlich liegt der mögliche Interessenkonflikt auf der Hand.

Die Beteiligung des Gesamtbetriebsleiters am Hamelner Busunternehmen reicht weit bis ins Jahr 2003 zurück. Der NP liegt der notariell beurkundete Vertrag vor, in dem sich der 51-Jährige als stiller Teilhaber für das Hamelner Busunternehmen hatte einsetzen lassen. In dem Vertrag heißt es: „Der Erschiene zu (2) will derzeit nicht nach außen als Gesellschafter der GmbH in Erscheinung treten.“ Der erwähnte "Erschiene zu (2)" ist der heutige Gesamtbetriebsleiter der Regiobus. Er steuerte die Hälfte, 12 500 Euro, des GmbH-Kapitals bei.

Nach außen hin trat der Gesamtbetriebsleiter jedoch nur für kurze Zeit von September 2003 bis Februar 2004 als Geschäftsführer des Busunternehmens in Erscheinung. Weder der Gesamtbetriebsleiter noch das Hamelner Busunternehmen wollte sich zu der Frage äußern, ob die im Jahr 2003 begründete stille Beteiligung nach wie vor besteht.

Zum Zeitpunkt des Einstiegs des heutigen Gesamtbetriebsleiters von Regiobus in das Hamelner Busunternehmen war dieser gleichzeitig Prokurist von Üstra-Reisen. Pikant: Laut Üstra-Sprecher Udo Iwannek fährt das Hamelner Busunternehmen seit 2003 als Subunternehmer für Üstra-Reisen. Es ist das gleiche Muster wie bei Regiobus – man muss es schließlich auch im Fall der Üstra zumindest als mehr als unglücklichen Anschein einer Interessenverquickung bezeichnen, wenn der Prokurist von Üstra-Reisen gleichzeitig eine Firma als Geschäftsführer führt und deren stiller Teilhaber ist, die auch für seinen Arbeitgeber tätig war.

Ende 2004 hatte der heute 51-Jährige dann die Üstra-Reisen verlassen. Er wechselte zur Regiobus. Dort bekleidet er in Personalunion die Ämter des Betriebsleiters des Busdepots Eldagsen (Springe) und des Gesamtbetriebsleiters mit Prokura. Und mindestens seit 2009 fährt auch das Hamelner Busunternehmen für die Regio-Bus. Dasselbe Muster wie schon bei der Üstra.

Regiobus müsste als öffentliches Unternehmen eigentlich besonders daran interessiert sein, der Geschäftsbeziehung zwischen Regiobus und dem Hamelner Busunternehmen auf den Grund zu gehen. Es stellen sich schließlich Fragen. Ging bei der Abrechnung der Wartung und Betankung der Busse des Subunternehmers auf dem Betriebshof in Eldagsen alles mit rechten Dingen zu, obwohl der Gesamtbetriebsleiter ausweislich einer der NP vorliegenden Notiz eines Regiobus-Mitarbeiters die Anweisung gegeben haben soll, zwei Rechnungen für den Subunternehmer zu stornieren? Die Rechnungen haben einen Gesamtwert von mehreren tausend Euro.

Der Hamelner Busunternehmer lehnte eine Stellungnahme gegenüber der NP ab. Auch Regiobus wurde von der NP umfangreich befragt. Unter anderem wollten wir wissen, seit wann der Subunternehmer aus Hameln für Regiobus fährt, in welchem Umfang Leistungen erbracht werden, ob der Regiobus GmbH die geschäftlichen Beziehungen zwischen dem Gesamtbetriebsleiter und dem Subunternehmer bekannt und ob solche Geschäftsbeziehungen erlaubt seien.

Regiobus ließ über eine Kölner Anwaltskanzlei bislang lediglich wortreich mitteilen, man arbeite an der Aufklärung des Sachverhaltes, brauche aber „voraussichtlich“ bis Donnerstagabend, 17 Uhr, Zeit, um die „nicht tagesaktuellen“ Punkte zu beantworten.

Sollte man „mehr Zeit für die Recherche“ benötigen, werde man dies mitteilen. Die NP bleibt dran.

Von Thomas Nagel


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