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"Identitäre Bewegung"

Rechte werben mit Marienburg

Sie nennen sich „Identitäre Bewegung“. Sie sind noch eine sehr junge Bewegung – erst 2012 bildeten sich in Deutschland erste Gruppierungen, der Ursprung liegt in Frankreich. Auf ihren Fahnen stehen Heimat, Familie, Kultur, Volk und Staat, doch hinter diesem konservativen Deckmantel versteckt sich eine rechtsextreme Gruppierung, die auch in Hannover weiter Fuß fasst und unter Beobachtung des niedersächsischen Verfassungsschutzes steht.

Hannover. Der „popkulturelle Arm“ der Rechtsextremen, wie jüngst die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb, nutzt überwiegend das Internet, um sich zu vernetzen, neue Anhänger zu gewinnen und das rechtsextreme Gedankengut zu verbreiten. Vor allem die sozialen Netzwerke spielen dabei eine wichtige Rolle. Um auf ihre Werte, die es zu verteidigen gilt, aufmerksam zu machen, schreckt die „Identitäre Bewegung“ nicht davor zurück, bekannte Bauwerke für ihre Zwecke zu missbrauchen. Jüngstes Opfer: das Schloss Marienburg.

Auf der Facebook-Seite der „Identitären Bewegung Niedersachsen“ – aktuell haben über 3000 Personen diese Seite mit „Gefällt mir“ markiert – war als Titelbild ein Foto der Marienburg zu sehen. Dazu die Schlagwörter „Heimat. Freiheit. Tradition.“ „Höchst ärgerlich“ und „nicht akzeptabel“, so die ersten Reaktionen der Schlossbetreiber in der vergangenen Woche. Sofort wurden Anwälte beauftragt, die weitere Verwendung der Bilder rechtlich zu überprüfen und im besten Fall ganz verbieten zu lassen.

Gestern sagte Ralph Jarrett, Beiratsmitglied der EAC GmbH vom Schloss Marienburg, zur NP: „Erst durch die Neue Presse haben wir erfahren, dass die uns bis dato unbekannte ‚Identitäre Bewegung Niedersachsen‘ auf ihrem Facebook-Account ein Foto von Schloss Marienburg verwendet. Das ist sehr ärgerlich, denn selbstverständlich möchten wir nicht mit diesem Verein in Verbindung gebracht werden.“ Inzwischen hat die „Identitäre Bewegung“ das Foto jedoch gelöscht. Jarrett: „Damit ist die Angelegenheit für uns erledigt.“ Einen ähnlichen Fall hatte es im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg gegeben: Dort hatte die Alternative für Deutschland (AfD) auf ihren Plakaten mit der Burg Hohenzollern geworben. Doch das Stuttgarter Landgericht lehnte eine Unterlassungsklage des Hauses Hohenzollern ab und verwies auf die Meinungsfreiheit. 

von Britta Lüers


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