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Mit einem silbrig weißen Schleier sind die Zweige dieses Apfelbaums überzogen. Im Gespinst stecken ganze Scharen graugrüner Raupen.

Mit einem silbrig weißen Schleier sind die Zweige dieses Apfelbaums überzogen. Im Gespinst stecken ganze Scharen graugrüner Raupen. © Foto und Video: Dröse

Plage

Raupen-Terror in Hannovers Gärten - mit Video

Haben Sie einen Apfelbaum in Ihrem Garten? Dann beobachten Sie ihn besser genau, denn sonst bietet sich Ihnen womöglich bald ein gespenstisches Bild. In Hannover macht sich derzeit die Gespinstmotte breit. Die gefräßigen Raupen lassen nur noch Blattskelette übrig.

Von Vera König

Hannover. „Meine Apfelbäume werden in diesem Jahr kaum Früchte tragen.“ Mit Bedauern blickt Madlen Jacobshagen in ihren Garten. Etliche Zweige sind mit Schleiern überzogen. Die Apfelgespinstmotte – Fachleute nennen sie Yponomeuta malinella – hat zugeschlagen.
Handschuhe an, Leiter raus und den Ekel überwinden – in mühsamer Arbeit rückt die Seelhorsterin dem Schädling zu Leibe. „Von Hand habe ich die Gespinste aus den Zweigen gedreht“, berichtet sie. „Das hat zwei Stunden gedauert – und am Abend sind schon wieder Schleier zu sehen.“

Ohne den Einsatz böten die Bäume aber ein noch traurigeres Bild. Experten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen haben ein massenhaftes Auftreten der Apfelgespinstmotte in Nord-Hannover, vor allem in Vinnhorst-Friedenau und Hainholz beobachtet. Dieses Ausmaß sei in Niedersachsen einmalig. Eine Erklärung dafür habe man noch nicht.

Das Gartencenter des Baumarkts an der Schulenburger Landstraße profitiert davon. „20 bis 30 Kunden pro Tag wollen wissen, wie sie die Schädlinge bekämpfen können“, sagt Christoph Röhrbein. Er rät zum Spritzen mit Neembaumextrakten – ein wirkungsvolles, aber nicht schädliches Mittel aus der Natur, mit dem einst schon Mahatma Gandhi seine Abwehrkräfte gestärkt haben soll.

Das biologische Mittel würde auch Martin Braune-Krickau vom Stanze Gartencenter in Hemmingen empfehlen. Dort, im Süden der Stadt, gibt es allerdings kaum Beschwerden über die Motte. „Bislang hat nur ein Kunde dazu Fragen gehabt.“ Sein Tipp: „Rausschneiden bei Befall.“

Beim Versuch, die Schleier abzufackeln, seien schon ganze Bäume verbrannt, hat Marcus Seidel beobachtet. Der Gärtner in Diensten der Stadt sieht das massenhafte Auftreten der Motte mit Sorge. Schließlich machen sich die gefräßigen Raupen auch über die Felsbirne, den Kirschlorbeer und die Traubenkirsche her. Für sein Revier hat Seidel eine gute Nachricht: „Die Apfelbäume an der Bemeroder Straße sind nicht befallen.“

Auch wenn von den Blättern betroffener Bäume nur noch Skelette übrig bleiben oder sie völlig kahl gefressen werden, warnt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen vor Panik: „Gesunde Bäume überstehen selbst diese Tortur unbeschadet und treiben wieder neu aus. Allerdings muss mit einer verminderten Ernte gerechnet werden.“ So schnell wie der Spuk begonnen habe, sei er auch wieder vorbei.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
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  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok