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Meine Stadt Hannover: Härke will an die Arbeit zurück
Hannover Meine Stadt Hannover: Härke will an die Arbeit zurück
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06:00 15.09.2018
KÄMPFT UM SEINEN JOB: Kulturdezernent Harald Härke will wieder arbeiten. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Seit genau drei Monaten ist Harald Härke vom Dienst suspendiert. Für ihn kein Zustand auf Dauer, sagt er im NP-Interview.

Mit Datum 14. Juni hat der Verwaltungsausschuss Sie vom Dienst suspendiert, Herr Härke. Drei Monate bezahlter Urlaub – ist das ein Zustand, an den Sie sich gewöhnen können?

Als Urlaub würde ich das nicht bezeichnen, denn das trifft es nicht. Ich bin nicht amtsmüde; ich bin arbeitsfähig. Ich möchte wieder meinen Aufgaben nachgehen können?

Und wie stehen die Chancen dafür?

Meine Anwälte und ich versuchen nach wie vor, eine Lösung zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Sie, OB Stefan Schostok und dessen einstigen Büroleiter Frank Herbert wegen des Verdachts der Untreue. Offensichtlich wird die Auswertung der bei einer Razzia sichergestellten Daten noch mindestens zwei Monate dauern. Wollen Sie da nicht das Ergebnis abwarten?

Von den drei genannten Verdächtigen bin ich der Einzige, der vom Dienst suspendiert ist. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Die Rathausaffäre

Das Disziplinarverfahren gegen Harald Härke läuft seit Oktober 2017. Die Rathausaffäre begann damit, dass er versucht haben soll, seiner Lebensgefährtin einen besser bezahlten Posten zu beschaffen. Von vier Vorwürfen ließ sich nur einer halten.

In der Zwischenzeit aber wurde bekannt, dass Frank Herbert, einst Büroleiter von OB Stefan Schostok, seit 2015 gesetzeswidrig eine Zulage bezogen hatte. Härke soll dem in seiner damaligen Funktion als Personaldezernent zugestimmt haben. Erst als Herbert noch mehr Geld verlangte, lehnte er ab – und löste damit womöglich das Disziplinarverfahren gegen sich mit aus.

Zu Unrecht ausgezahlt (und bislang von der Verwaltung nicht zurückgefordert) wurden rund 50 000 Euro an Herbert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue und prüft, ob Schostok bei den gesetzeswidrigen Zulagen informiert und beteiligt war.

Bei einer Razzia im Rathaus und den Privatwohnungen der drei Verdächtigen wurden 1,5 bis 2 Terabyte Daten , außerdem Akten sichergestellt. Die Auswertung dauert noch immer. Herbert ist an einen anderen Arbeitsplatz versetzt worden, aber krankgeschrieben.

Auf Wunsch von Politik und Verwaltung sollte es eine Mediation oder Vermittlung in Sachen Rathausaffäre geben. Haben Sie sich der gestellt?

Natürlich. Angeregt hatte ich das schon vor meiner Suspendierung. Meine Zusage habe ich sehr schnell gegeben und an Terminen teilgenommen. Es gibt auch da noch kein Ergebnis.

Während Sie nicht arbeiten dürfen, haben OB Stefan Schostok und Frau Konstanze Beckedorf als Ihre Vertreterin ein Team für die Kulturhauptstadt zusammen gestellt. Schmerzt es Sie, da nicht eingebunden zu sein?

Solange die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen mich laufen, wollte ich nicht verantwortlich sein für die Bewerbung Hannovers als europäische Kulturhauptstadt. Das habe ich dem OB sehr frühzeitig und von mir aus mitgeteilt. Trotz aller Irrungen und Wirrungen glaube ich weiterhin fest an den Zuschlag für die Stadt Hannover. Mit dieser Meinung bin ich übrigens der Erste gewesen, und ich habe bis zur Suspendierung alles dafür getan. Der jetzt eingeschlagene Weg führt zum Ziel. Davon bin ich überzeugt.

Von Vera König

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