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MACHT WEITER PROBLEME: Der Raschplatz mit der dort ansässigen Trinkerszene. Am Wochenende wurde dort ein 39-Jähriger fast totgeschlagen.  Foto: Wilde

MACHT WEITER PROBLEME: Der Raschplatz mit der dort ansässigen Trinkerszene. Am Wochenende wurde dort ein 39-Jähriger fast totgeschlagen. Foto: Wilde© Frank Wilde

Gewalt

Raschplatz: Politik will härteres Durchgreifen

Nach der Gewalttat am Raschplatz fordern Politiker ein härteres Durchgreifen. In der Kritik: die Polizei.

Hannover. Kein schöner Anblick - aber weitgehend harmlos. Das dachten bisher wohl viele über die Trinkergruppe am Raschplatz. Und nun das: Am Sonnabend schlägt der 45-jährige Romeo Wachler einen 39-Jährigen fast tot. Begleiter des Täters schauen einfach zu. Die Fahndung läuft, und die Politik fordert Konsequenzen.

„Es ist kein Zufall, dass das am Raschplatz passiert ist“, sagt Jens Seidel, Ratsfraktionschef der CDU. Er glaubt, dass die brutale Tat „möglicherweise zu verhindern gewesen wäre, wenn Polizei und Sicherheitskräfte der Stadt mehr Präsenz auf dem Raschplatz gezeigt hätten“.

Von der Polizeiführung in Hannover zeigt sich Seidel „enttäuscht“. Aus seiner Sicht hat diese die Gefahren am Raschplatz unterschätzt. „Das sind nicht nur harmlose Trinker“, warnt Seidel, der die Probleme am Raschplatz „mit mehr Sicherheitskräften und verstärkter Sozialarbeit“ in den Griff bekommen will.

Auch für FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke muss „Schluss sein mit dem Kuschelkurs“. Er fordert „erzieherische Maßnahmen“. Wenn einer der Trinker irgendwohin uriniere, solle man ihm „Eimer und Wischmopp in die Hand drücken, damit er das wegmacht“.

Trotz des Vorfalls am Wochenende plant die Polizei keine Ausweitung der Öffnungszeiten ihrer Dienststelle am Raschplatz. Sie ist zum Beispiel abends an Wochenenden besetzt, wenn dort viele Menschen feiern. Als Romeo Wachler um 10.45 Uhr den 39-Jährigen fast tötete, hatte dort kein Polizist Dienst. „Aus polizeilicher Sicht ist der Raschplatz kein kriminalistischer Schwerpunkt“, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe. „Im ersten Quartal diesen Jahres gab es pro Monat etwa fünf Straftaten in diesem Bereich - meist Körperverletzungen“.

Ordnungsdezernent Marc Hansmann warnt davor, „aus diesem bedauerlichen Einzelfall sofort Rückschlüsse auf eine generelle Veränderung der Situation am Raschplatz zu schließen, zumal die Ermittlungen der Polizei hierzu noch andauern“.

Auch das Musikprogramm, mit dem die Stadt das Image des Platzes verbessern will, soll weitergehen. „Für die Sicherheit während der Konzerte ist gesorgt“, sagt Kulturdezernent Harald Härke. Zudem „hätte dieser bedauerliche Vorfall auch an jeder anderen Stelle in der Stadt passieren können“, so Härke.

Von Christian Bohnenkamp und Sabrina Friedrich


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