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ENTWURF: Andoras erster Diskussionsbeitrag für die Hochstraße, mit digitalem Schriftband.

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Entwurf

Raschplatz-Hochstraße als Kunstbrücke?

Pop-Art-Künstler Andora stellt in der NP seine Pläne für die Raschplatz-Hochstraße vor. Es gibt immer wieder Situationen, die einem nicht gefallen. So ist das halt im Leben. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. So beantwortet Andora auch die Diskussion um die Raschplatz-Hochstraße, die ab 2014 für 3,5 Millionen Euro ausgebessert aber nicht wesentlich verändert werden soll.

Hannover. „Wir machen aus der Not eine Tugend“, sagt der Berliner Pop-Art-Künstler, der elf Jahre in Hannover lebte. Das heißt: Aus der grauen Verkehrsader, die täglich tausende Autos durch die Stadt pumpt, möchte er ein Kunstwerk machen, etwas positives, optimistisches.

Dafür braucht es viele Helfer. Die Raschplatz-Hochstraße soll nicht sein Kunstobjekt werden, es soll das Werk vieler Hannoveraner werden. Hunderte, vielleicht tausende, könnten daran arbeiten, sagt Andora. Das große Ziel am Ende: „Es soll eine echte Kunstbrücke werden. Es wäre die erste ihrer Art in ganz Deutschland.“

So soll das Projekt, das er über Spenden finanzieren möchte, funktionieren: Über eine Web-Plattform oder soziale Netzwerke können sich Bürger, Kindergärten, Studenten oder Freizeitgruppen melden. Unter seiner Anleitung sollen sie die Basis des Kunstwerks bilden. Andora würde am Ende alles mit seiner Pop-Art verbinden. „Ich bekomme alles so zusammen, dass es aus einem Guss ist“, sagt der Mann, der seine Kunst schon auf einer russischen Rakete in den Kosmos schießen ließ und der gerne groß denkt. Etwa zwei Monate könnten die Arbeiten dauern. Doch worauf es ankommt, sei nicht nur das Ergebnis, so Andora. In diesem Fall sei der Weg das Ziel.

Das findet auch der Architekt Georg Klaus, der als Professor an der Hildesheimer Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst lehrt. Er will Andora mit seinen Studenten unterstützen, etwa bei Berechnungen oder der Ausarbeitung von Modellen. Warum hält er das für ein sinnvolles Projekt? „Alles wird immer ähnlicher durch die Globalisierung. Hier geht es darum, dass die Identifikation mit diesem Ort gestärkt wird.“ Aus einer grauen Brücke, die heute kaum jemand mag, könnte so mit hunderttausenden Pinselstrichen ein beliebter Ort werden. Eine mehrere tausend Quadratmeter große Fläche voll mit Kunst, die die Hannoveraner selbst für sich geschaffen haben.

Auch der frühere Fury-Gitarrist und Wohnraumheld Christof Stein-Schneider will dabei sein. Er kann sich vorstellen, dass er und andere Musiker während der Arbeiten auf einer Mini-Bühne auftreten - und er hofft, dass dieses Projekt umgesetzt wird: „Weil dann viele Menschen sagen könnten, dass sie das so gewollt haben, dass sie das selbst waren. So bekäme die graue Maus Hannover wenigstens einen bunten Schwanz. Das ist doch was!“

„Ich weiß, wie groß das schöpferische Potenzial in dieser Stadt ist. Das will ich heben“, sagt Andora. Er hofft darauf, dass die Stadt es ihm erlaubt, ihr will er seine Pläne demnächst vorstellen. Ob es am Ende so wird, wie sein erster Entwurf, sei zweitrangig. Andora hält sich am Gedanken dahinter fest: „Die Menschen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Aber die Politik muss auch bereit sein, uns die Verantwortung zu übergeben.“ Wir werden sehen!

Haben Sie auch Ideen für die Gestaltung der Raschplatz-Hochstraße? Schreiben Sie eine E-Mail an hannover@neuepresse.de


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