Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Randale bei Jesiden-Demo: Polizei greift ein
Hannover Meine Stadt Randale bei Jesiden-Demo: Polizei greift ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 10.08.2014
Anzeige
Hannover

Jesiden-Demo, Tag vier: Gestern Abend ist der Protest der Kurden jesidischer Glaubenrichtung in Hannover eskaliert. Aufgebrachte Protestierer  haben versucht, die Polizeiinspektion Mitte an der Herschelstraße zu stürmen. Grund dafür war ein Gerücht, das am Steintorplatz unter den Demonstranten gestreut wurde: Angeblich sollte eine junge Jesidin mit einem Salafisten zwangsverheiratet werden.

Wie seit Montag täglich hatten die Jesiden auch gestern wieder auf dem Steintorplatz gegen Übergriffe der Terrormiliz Islamischer Staat (IS, vorher ISIS) im Nordirak protestiert. Nachdem in sozialen Netzwerken die Gerüchte gestreut worden waren, Salafisten wollten die Jesiden am Steintorplatz angreifen, war die Stimmung  dort angespannt.
„Wir haben die Lage aufgrund der aktuellen Vorkommnisse im Blick“, so  Polizeisprecher Holger Hilgenberg. Bis zum frühen Abend hatte es keine Hinweise auf geplante Aktionen gegen Jesiden in der Region Hannover gegeben, so der Beamte.
Kurz vor 20 Uhr eskalierte dann die Situation am Steintor, als das Gerücht von der Zwangsehe die Runde machte. Zunächst kam es zu Ausschreitungen im Bereich der Haltestelle „Steintor“. Die junge Jesidin, die angeblich mit dem Salafisten verheiratet werden sollte,  flüchtete in die Wache an der Herschelstraße.

Ihr folgten zahlreiche wütende Familienmitglieder, Glaubensbrüder- und schwestern.  Die aufgebrachten Demonstranten drohten, die Wache zu stürmen.
Die Polizei ließ zahlreiche Beamte aufmarschieren, um das Gebäude zu schützen. Eine Erstürmung der Inspektion konnten sie verhindern.
„Es wurden klärende Gespräche mit etwa 20 Familienmitglieder der jungen Frau geführt“, so ein Polizeisprecher am Abend. Nach ersten Erkenntnissen stimmte das Gerücht nicht. Schließlich entspannte sich die Situation, als die aufgebrachte Menschen zurück zum Steintorplatz zogen.

Von Britta Mahrholz und Andreas Körlin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige