Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Räuber muss ins Gefängnis
Hannover Meine Stadt Räuber muss ins Gefängnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 07.10.2017
Verurteilt:
Anzeige
hannover

 Hier hilft man sich: Als eine 73-Jährige in Linden überfallen wurde, eilten Anwohner herbei. Sie verfolgten Cenk S. (22) und nahmen ihn fest. Am Mittwoch wurde der Angeklagte wegen schweren Raubes zu drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Schöffenrichter Koray Freudenberg erklärte dem Angeklagten: „Sie habe es Ihrem Geständnis zu verdanken, dass die Tat nicht vor dem Landgericht angeklagt wurde.“

Für das Opfer war der Raub ein wahrer Alptraum. Sie kaufte am 11. Mai 2017 ein neues Handy im Wert von 179 Euro auf der Limmer Straße (Linden). Das hatte Cenk S. gesehen. Er verfolgte sie bis zur Haustür in der Haasemannstraße. „Als ich das Rad in den Keller brachte, habe ich den Angeklagten plötzlich bemerkt“, sagte die Frau. In dem engen, dunklen Keller forderte der Räuber: „Gib die Tasche her.“ Die Frau riss intuitiv die Tür auf und rief um Hilfe. Sie bekam einen Schlag ins Gesicht. Cenk S. riss ihr die Tasche weg und floh. Doch alarmierte Fußgänger verfolgten den Täter und nahmen ihn fest. „Wenn jemand um Hilfe ruft, ist es doch Pflicht zu helfen“, sagte ein Zeuge. Das gelte gerade für Linden, wo es so viele sozial engagierte Menschen gebe. Ungefährlich war die Hilfsaktion nicht. Der Angeklagte hatte ein Messer in der Jackentasche. Aus diesem Grund bekam er auch die hohe Freiheitsstrafe. Das Gericht wertete den Angriff als schweren Raub (Mindeststrafe drei Jahre Haft). Denn der Angeklagte hätte jederzeit das Messer einsetzen können.

Cenk S. hat seit seiner Jugend mit Drogen zu tun. Sein Anwalt, Christoph Rautenstengel, erklärte, dass er sich an dem Tag Kokain kaufen wollte. „Er will eine Therapie machen“, so der Verteidiger. Das wäre dann sein letzter Ausweg. Cenk S. Hat bereits elf Vorstrafen: Raub, Diebstahl, Körperverletzung. Erst vor fünf Monaten war er aus der Haft entlassen worden. Vor zwei Monaten hatte er eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten wegen Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollzugsbeamte erhalten. In seinem letzten Wort meinte der Angeklagte: „Ich schäme mich für die Tat. Ich bin froh, dass die Frau meine Entschuldigung angenommen hat.“ Das Opfer meinte nach der Entschuldigung: „Dankeschön und nicht wieder machen.“

Von Thomas nagel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige