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Prozess

Räuber jammern ein Geständnis

Juwelier Bielert in Neustadt wurde seit 2016 drei Mal überfallen. In der Vorgehensweise ähnelten sich die Verbrechen. Nun haben zwei Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Sie hatten mit einem dritten Mann das Geschäft am 23. Januar 2017 überfallen. Am 20. Juni 2017 betraten Räuber wieder das Geschäft. Sie zogen aber ohne Beute von dannen.

hannover. Das Video zeigt wie Elanas A. (26) das Reizgas versprüht. Die Mutter von Karin Bielert-Boppert erwischt er gleich mehrmals. Die Seniorin (78) konnte sich nicht schnell genug hinlegen. Wenige Minuten dauert der Überfall auf Juwelier Bielert in Neustadt. Als die Räuber aus dem Geschäft laufen, setzt Karin Bielert-Boppert den Verbrechern nach. „Am Amtsgericht habe ich sie verloren“, sagte sie gestern im Landgericht aus.

Der Edel-Juwelier wurde seit April 2016 drei Mal überfallen. „Mittlerweile haben wir einen Wachmann vor dem Geschäft stehen“, sagt die Kauffrau aus dem Traditionsbetrieb. Im Geschäft gibt es Alarm- und Verdachtsknöpfe.

Doch was hilft das gegen litauische Banden? Elanas A. und Vytautas K. (39) legten gestern ein Geständnis ab. Was Anderes blieben ihnen auch nicht übrig. A. wurde kurz nach dem Überfall in der Nähe des Schlosses von einem mutigen Bürger festgenommen. Sein Komplize wurde am 13. Februar in Köln verhaftet. Mittlerweile sitzt auch der dritte Mittäter. Sie hatten am 23. Januar 2017 um 10.45 das Geschäft überfallen. A. hatte eine Spielzeugpistole dabei.

Ein Teil der Beute konnte sichergestellt werden. Die Cortina-Uhren im Wert von etwa 29 000 Euro fehlen noch. Im Geschäft richteten die Räuber einen Schaden von etwa 34 000 Euro an.

Die Angeklagten sagten aus, dass sie zum Flyer verteilen nach Deutschland gekommen seien. Dann erklärte man ihnen: „Ihr überfallt den Juwelier in Neustadt.“ Beide behaupteten, dass sie sich geweigert hätten. Doch sie und ihre Familien seien mit dem Tod bedroht worden. Für den Überfall sei ihnen je 5000 Euro versprochen worden. Erst gestern erzählte Vytautas B., dass ihn der Raub ruiniert habe: Die Hintermänner verlangten 50 000 Euro, weil er die falschen Uhren gestohlen habe. Zu den Drahtziehern des Überfalls machten sie keine Angaben. Nur soviel: „Das sind Litauer. Sie sind wie eine Mafiabande.“

Richter Stefan Joseph machte mehr als einmal deutlich, dass er das nicht für ein Geständnis hält. „Sie haben viel gesagt, was ihnen zugestoßen ist. Und ganz wenig, was sie gemacht haben.“ Indizien sprechen dafür, dass die Angeklagten professionelle Räuber sind. So verbrachte Vytautas B. nach dem Überfall noch zwei Tage in Hannover; eher Sight-Seeing als Flucht. DNA-Spuren von A. finden sich auch bei einem Raubüberfall 2014 in der Schweiz.

Von thomas nagel


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