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Meine Stadt Radweg: Gut gedacht - schlecht gemacht
Hannover Meine Stadt Radweg: Gut gedacht - schlecht gemacht
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09:49 22.05.2015
Quelle: Behrens
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Hannover

Zügig und einfach um Hannovers Fußgängerzone herum: Schon lange hatten Politik, Radfahrerlobby und City-Händler eine gut ausgeschilderte Umfahrung der Innenstadt für Radfahrer gefordert. Anfang Mai hat die Stadt diese in die Tat umgesetzt. Das Ergebnis: für viele eine große Enttäuschung.

Blaue Punkte und Symbole, die auf Straßen und Bürgersteige gesprüht worden sind, sollen den Radfahrern zeigen, wie sie zum Beispiel vom Steintor zur Oper kommen, ohne durch die Fußgängerzone zu müssen. Der Entwurf stammt aus der Feder einer Agentur, die mit der Gestaltung der Symbole beauftragt wurde. Doch die stiften vor allem Verwirrung.

„Das versteht doch kein Mensch“, ärgert sich Martin Nebendahl, Fraktionschef der Grünen im Bezirksrat Mitte. Für ihn der Versuch der Verwaltung, „mit möglichst wenig Mitteln irgendwas zu machen“. Das sei jedoch „komplett in die Hose gegangen. Es ist ja absolut richtig, dass wir eine Umfahrung der Fußgängerzone brauchen, weil man wirklich zu den Geschäftszeiten nicht mit dem Rad übers Kröpcke fahren kann. Aber so ist es einfach schlecht umgesetzt und komplett mutlos“, kritisiert Nebendahl. Viel zu klein seien die Symbole, und nicht intuitiv. Und obwohl sie erst Anfang Mai aufgetragen wurden, verblassen sie an vielen Stellen bereits.

Auch Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, hält die Symbole für „unglücklich gewählt“. Überall auf der Welt werde in solchen Fällen „ein Fahrrad mit einem Kreis herum genommen. Das versteht jeder“, sagt er und wundert sich, warum man sich hier für „so ein abstraktes, blaues Ding“ entschieden hat.

Eines, das auch viele Bürger nicht richtig zu deuten wissen. „Für mich sieht das auf den ersten Blick aus wie ein Einkaufswagen. Das ist nicht gut zu erkennen“, findet Jörg Wilke aus Ricklingen.

Als erste Kritik an der neuen City-Umfahrung laut wurde, startete die Stadt eine Aktion mit blauen Luftballons, um auf den Radweg aufmerksam zu machen. „Die meisten waren aber schnell verschwunden“, hat Prenzler beobachtet.

Zwar sollen im Bürgeramt Mitte und an der Radstation am Hauptbahnhof noch Info-Zettel ausgelegt werden, eine Kampagne sei aber nicht geplant, so Stadtsprecher Alexis Demos. Der neue Radweg werde bereits „gut angenommen“, so die Sicht der Verwaltung.

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