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Meine Stadt ADFC will dreizehn Velorouten für Hannover
Hannover Meine Stadt ADFC will dreizehn Velorouten für Hannover
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06:10 24.09.2018
Der Entwurf: So stellt sich der ADFC sein Veloroutennetz für Hannover vor. Die Strecken sollen sämtliche Stadtbezirke Hannovers erschließen. Der Radfahrerclub sieht seinen Vorschlag allerdings nur als Ideenskizze. Die konkreten Routen sollen mit Stadt und Politik festgelegt werden. Quelle: Grafik: Fleischhauer, Quelle: ADFC
Hannover

Mal auf der Straße, mal auf dem Bürgersteig. Mal rot markiert, mal nur durch einen weißen Strich abgegrenzt. Hier gepflastert, dort asphaltiert: Hannovers Radwegenetz hat viel von einem Flickenteppich. Der Radfahrerclub ADFC hat ein Konzept erarbeitet, mit dem es besser werden soll und fordert, dass dafür nun auch Geld in den Doppelhaushalt für die Jahre 2019 und 2020 eingestellt wird.

„Velorouten-Netz“ heißt die Idee, bei der in den nächsten Jahren gut ausgebaute Verbindungen in alle Stadtbezirke angelegt werden sollen. „Bislang gibt es einfach keine durchgängigen Routen. Wir müssen das Radfahren im Alltag attraktiver machen“, fordert Eberhard Röhrig-van der Meer, Sprecher des ADFC in Hannover.

Einen so hohen Standard wie für Radschnellwege fordert er nicht. Allerdings soll es deutlich komfortabler werden als bisher. Für einen glatten Belag setzt sich der ADFC ein, für eine Breite, bei der auch Lastenräder und Fahrräder mit Anhängern entspannt überholt werden können, außerdem sollen Radfahrer entlang der Velorouten Vorrang haben. Möglichst soll es eine Grüne Welle bei Tempo 20 geben.

13 mögliche Strecken erarbeitet

In Arbeitsgruppen hat der ADFC bereits 13 mögliche Strecken erarbeitet, mit denen sämtliche Stadtbezirke erschlossen werden können. „Es müssen aber nicht genau diese Routen sein“, betont Swantje Michaelsen, die die ADFC-Geschäftsstelle in Hannover leitet.Es handele sich vielmehr um Vorschläge, die in Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung vertieft werden sollen.

Eine mögliche Route durch die List und den Sahlkamp hat sich der ADFC auch schon mit der Stadt angeschaut. Die zeigt sich offen für die Idee des Radfahrerclubs. Ein flächendeckendes Veloroutennetz „könnte aus Sicht der Stadt perspektivisch eine sinnvolle Ergänzung“ zu den „bisherigen Aktivitäten zur Optimierung der Radverkehrsinfrastruktur darstellen“, betont Sprecher Dennis Dix, zumal auch die Stadt schon überlege, wie sie die Stadtteile besser für Radfahrer verbinden kann.

Das mögliche Veloroutennetz für Hannover. Quelle: Fleischhauer

„Perspektivisch“ heißt aber auch: Derzeit ist kein Geld dafür da. Im Haushaltsentwurf der Verwaltung für 2019/2020 spielt das Veloroutennetz keine Rolle. „Eine Million Euro pro Jahr halten wir für angemessen“, sagt ADFC-Sprecher Röhrig-van der Meer. Damit könne man pro Jahr ein bis zwei Routen verwirklichen, in zehn Jahren das Programm abschließen.

Zu wenig Investition in den Radverkehr?

Nach eigenen Angaben hat die Stadt zuletzt pro Jahr 3 bis 3,5 Millionen Euro für den Radverkehr ausgegeben. Durch den geplanten Radschnellweg Richtung Lehrte sollen es in den nächsten beiden Jahren über 5 Millionen Euro werden. Zum Vergleich: Für den Umbau und Neubau von Straßen sowie deren Instandhaltung gibt die Stadt jährlich rund 55 Millionen Euro aus.

„Immer noch viel zu gering“ seien die Investitionen in den Radverkehr, kritisiert deshalb Grünen-Verkehrsexpertin Elisabeth Clausen-Muradian. Sie begrüßt die Velorouten-Idee des ADFC. Es sei „wichtig, dass wir nach und nach ein geschlossenes Radwegenetz entwickeln“.

Das findet auch die SPD. Mehr Geld will sie aber nicht dafür ausgeben. „Wir müssen auch schauen, was sich mit vorhandenen Mitteln umsetzen lässt“, sagt Lars Kelich, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Man sei aber„offen für den Vorschlag des ADFC“.

Von Christian Bohnenkamp

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