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Scharfe Kanten? Ein Dekra-Gutachten warnt vor Containern wie hier in Hainholz. Foto: Heusel

Gutachten

„Quetschgefahr“ am Container?

Gutachten kritisiert Altkleiderbehälter. Aha vertraut „zuverlässigen Partner“.

Hannover. Im Altkleiderstreit in Hannover ist mit einem neuen Mitspieler die nächste Runde eingeläutet worden. Ein Gutachten der Prüforganisation Dekra im Auftrag des Containerherstellers Jo-Ba, Bremen, besagt: In der Stadt Hannover sind Altkleidercontainer aufgestellt, die „weder den formellen noch sicherheitstechnischen Anforderungen“ der sogenannten EG-Maschinenrichtlinie entsprechen noch denen des „nationalen Produktsicherheitsgesetzes“. Da ist etwa von „scharfen Kanten und Ecken“, „Quetschgefahr“, „Gesundheitsgefahr für den potenziellen Altkleiderspender“ die Rede. Der Sachverständige empfiehlt: Überprüfen, austauschen.

Jo-Ba ist laut Geschäftsführer Kai-Uwe Jobst (42) der einzige deutsche Hersteller, produziert zwischen 20 000 und 25 000 Containern im Jahr und ist seit 1984 am Markt. Er beobachte fassungslos und kopfschüttelnd, was hier seit Jahren abgehe (und letztlich mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg endete, weswegen die Stadt nun ein neues Wertstsoffinsel-Konzept aufsetzen muss). Er wolle sich da nicht einmischen, ihm gehe es „nicht um den Containerkrieg – aber das läuft hier nicht sauber! Mir geht es um die Container und die Sicherheit und um meine Kunden. Nur darum!“ Seit Monaten versuche er, mit Entsorger aha und der Stadt Hannover ins Gespräch zu kommen – vergeblich, trotz mehrfacher Kontaktversuche habe er keine Reaktion erhalten.

Sein Problem sind die „vielen osteuropäischen Containerhersteller, die sich nicht an die Richtlinien halten, während wir hier die verschärften Anforderungen erfüllen!“ Und das in Hannover viele solcher Container aufgestellt seien – mit Duldung von Stadt und aha. Da fragten sich die Textilverwerter: „Warum sollen wir die normgerechten kaufen, wenn es auch mit den billigeren geht? Das ist schlecht für uns.“ Und darüber wolle er aufklären. In der Branche heiße es: „In Deutschland gibt es ein paar Städte, da sollte man die Finger von dem Geschäft lassen, weil da einiges nicht so sauber und richtig laufe – und Hannover gehört da offensichtlich dazu.“

Die Stadt aber fühlt sich gar nicht angesprochen: „Die Verantwortung für die Container liegt (…) bei aha beziehungsweise den von aha beauftragten Sammelfirmen“, heißt es auf NP-Anfrage. Und aha erklärt: Man habe „einen zuverlässigen Partner, der (…) technisch einwandfreie Container liefert. Aha geht allen Hinweisen nach und überprüft diese im Einzelnen. Wenn ein Behälter einen Mangel aufweist, aus welchen Gründen auch immer, wird dieser Behälter sofort ausgetauscht. Die Behälter sind alle in technisch einwandfreien Zustand aufgestellt worden.“ Für die aufgestellten Container gelte: „Für alle Containermodelle wurden Gefährdungsanalysen durchgeführt. Zertifikate und Konformitätserklärungen der Hersteller liegen vor.“
Das Dekra-Gutachten lässt daran allerdings Zweifel. Ralph Hübner


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