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Meine Stadt Puddle of Mudd im Capitol
Hannover Meine Stadt Puddle of Mudd im Capitol
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21:16 30.09.2018
Im Capitol auf der Bühne: Wesley Scantlin, der Frontmann von Puddle of Mudd. (Foto: Frank Wilde)
Hannover

Die umgedrehte Baseball-Cap, darunter die langen, blonden Haare und ein schüchternes, aber freundliches Grunge-Gesicht - Wesley Reid Scantlin bleibt wohl auf ewig ein Surfer-Typ. Dabei stammt der 46-Jährige aus Kansas City, Missouri, aus der Mitte der USA.

Gut 500 Fans sind ausgeschwärmt um seine Band Puddle of Mudd im Capitol live zu erleben, und obwohl die nie zur Speerspitze des Post-Grunge und Alternative-Rock gehörten, haben sie mit ihrem notorischen „She hates me“ einen Gassenhauer und Welthit der besonderen Art geschrieben.

Doch erstmal geht es los mit dem Black-Sabbath-Klassiker „War Pigs“: „Oh Lord, yeah!“ heult Wes, es ist Zeit für Anti-Kriegssongs. Das Quartett besteht ausnahmslos aus guten Spielern, klanglich ist es eine nüchterne Angelegenheit, mit mittigen Bässen und wenigen dynamische Brüchen. Das bleibt nicht die einzige Entbehrung des Abends, beim dritten Song fällt plötzlich die gesamte Gitarrenanlage aus. Auf der Bühne wird’s hektisch, indes im Publikum merkt kaum jemand, dass nur noch Bass, Schlagzeug und Gesang zu hören sind. Doch pünktlich zum Abschlag des Songs sind alle wieder vertreten. Daraufhin entlädt sich ein Adrenalinstoß in der Band, der bis in die letzte Zuschauer-Reihe spürbar ist.

Drummer Dave Moreno knüppelt im AC/DC-Shirt, überhaupt glänzt das Quartett mit 90er-Jahre-Hardrock. Dunkles Hemd, dunkle Hose und eine dunkle Vergangenheit - Frontmann Wes Scantlin saß vor nicht allzu langer Zeit noch im Gefängnis, nahm Drogen und war berüchtigt für seine Ausfälle auf der Bühne und bei Interviews.

Doch der ehemalige Bad Boy ist jetzt clean. Er spielt geschickt seine Gitarren-Soli und könnte fast noch selbstbewusster auftreten - Ansagen schenkt er dem Publikum kaum. Einige dutzend Fans pogen und drehen sich im Kreis zu der amerikanischen Vier-Akkorde-Romantik, Wes‘ Heiserkeit erinnert an die großen „Brüder“, die Stone Temple Pilots. Und POM überraschen sogar mit Country-Klängen und Blues-Einlagen, ihr Proberaum am Missouri River wurde damals oft überschwemmt, daher der „schlammige“ Bandname.

„I’m getting sick of it!“ schimpft Wes in „Blurry“, mit dem Kultsong „TNT“ von AC/DC wird der Abgang vorbereitet, und ihr „She hates me“ nehmen sie schlussendlich und selbstironisch mit dem „Grease“-Ohrwurm „Tell me more, tell me more“ auf die Schippe. Nach 80 Minuten Rock und dem letzten Song, „Take It all Away“, schmeißt Wes seine Kappe in die Menge - das war eine solide Show, dafür gibt es viel Beifall vom gepackten Publikum.

Von Kai Schiering

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