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Meine Stadt Prozess um Tod von Streithelfer startet
Hannover Meine Stadt Prozess um Tod von Streithelfer startet
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07:38 07.11.2016
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Hannover

Ein 24-Jähriger geht bei einer Schlägerei vor einer Kneipe dazwischen und wird tödlich verletzt: Fast zwei Jahre nach dem Tod des Streithelfers in Seelze bei Hannover steht am Montag (9.00 Uhr) ein 49-Jähriger wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht.

Obwohl 15 Zeugen und drei Sachverständige geladen sind, soll voraussichtlich noch am Montag das Urteil fallen. Dem 49-Jährigen wird vorgeworfen, in der Nacht zum 22. Februar 2015 auf einem Parkplatz zunächst mehrfach einen anderen Mann mit der Faust geschlagen zu haben. Das 24-jährige Opfer soll sich nach Erkenntnissen der Ermittler unvermittelt zwischen die streitenden Parteien gestellt und dabei einen Faustschlag gegen den Kopf erhalten haben. Der 24-Jährige litt unter einem krankhaften Aneurysma im Gehirn, was zu einer nicht zu stoppenden Hirnblutung führte. Der Mann starb wenig später im Krankenhaus. (Az: 238 D s 190/16)

Es kommt immer wieder vor, dass Menschen, die in Auseinandersetzungen eingreifen, selbst zu Opfern werden. Bundesweit Entsetzen löste der Tod der Studentin Tugce vor zwei Jahren aus. Nach einem Streit zwischen zwei Gruppen auf einem Parkplatz im hessischen Offenbach wurde die junge Frau so heftig geschlagen, dass sie auf den Kopf fiel und wenige Tage später starb. Der Täter wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Nach dem Tod der Studentin wurde viel über Zivilcourage diskutiert. Die Polizei rät, in gefährlichen Situationen nicht selbst einzugreifen. Manchmal stellt sich eine Situation aber auch anders dar, als zunächst angenommen. So starb im März 2013 in Kirchweye (Landkreis Diepholz) ein 25-Jähriger nach einer Schlägerei unter jungen Männern. Auch in diesem Fall waren die Ermittler zunächst davon ausgegangen, dass das Opfer ein Streitschlichter war. Im späteren Prozess gegen einen 21-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge stellte sich allerdings heraus, dass das Opfer nicht an dem vorangegangenen Streit beteiligt war. dpa

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