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Meine Stadt Prozess gegen Supermarktkiller von Hannover hat begonnen
Hannover Meine Stadt Prozess gegen Supermarktkiller von Hannover hat begonnen
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12:08 16.12.2015
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Hannover

Nach einer bundesweiten Überfallserie auf 24 Supermärkte mit einem Toten und mehreren Verletzten steht der mutmaßliche Täter seit Mittwoch vor Gericht. Für den wegen Raubmordes angeklagten 42-Jährigen komme nach einer Haftstrafe eine Sicherungsverwahrung in Betracht, da er für die Allgemeinheit gefährlich sei, sagte der Staatsanwalt bei Verlesung der umfangreichen Anklage am Mittwoch im Landgericht Hannover.

Da der Mann zu den Vorwürfen beim Prozessbeginn schwieg, blieb das Motiv für die Raubserie zunächst im Dunkeln. Dem 42-Jährigen werden Überfälle in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt zur Last gelegt. Zu dem folgenschwersten Überfall kam es am 4. Dezember 2014 in Hannover. Als ein Kunde den Täter stoppen wollte, tötete dieser den 21-Jährigen mit zwei Schüssen in die Schläfe und den Oberkörper. Ein weiterer zufällig hereinkommender 29 Jahre alter Kunde wurde mit einem Schuss in den Oberschenkel schwer verletzt. Auch bei anderen Überfällen ging der Supermarkträuber äußerst brutal vor. Einer Kassiererin schoss er in den Fuß. An acht Tatorten gab der Räuber 13 Schüsse ab, wenn er nicht gleich den Kasseninhalt erhielt. Dabei war seine Masche immer dieselbe: Kurz vor Ladenschluss stellte er sich als häufig letzter Kunde an der Kasse an und schlug zu.

Deutschlandweit hatte die Ermittlungsgruppe "Discounter" nach dem korpulenten Mann mit Schiebermütze gefahndet, der Ladenpersonal in Schrecken versetzte. Auf die Spur kamen die Fahnder ihm über sein Handy, das er stets eingeschaltet bei den Überfällen dabei hatte.

Als das Handy sich Ende Juni bei der Einreise des Mannes aus Polen ins deutsche Netz einloggte, nahmen die Fahnder ihn bei Dresden fest. Sie gehen davon aus, dass er jeweils für die Taten nach Deutschland einreiste. Seinen Wagen hatte er mit einer technischen Finesse ausgestattet, er konnte automatisch zwischen polnischen und gestohlenen deutschen Kennzeichen wechseln.

dpa

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