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Produzent Mousse T. macht sich stark für Zivilcourage.© Wilde

Aktionstag

Prominente und Politiker zeigen Gesicht für Zivilcourage

Mit einem landesweiten Aktionstag haben am Montag in Hannover Landesregierung, Polizei und Prominente wie Mousse T. und Altin Lala für mehr Zivilcourage im Alltag geworben.

Hannover. Es ist ein Tag im Juni 2008, den Thomas Prange nicht mehr so schnell vergisst. Er wird Zeuge, wie ein Drogenabhängiger einen Kiosk in Lingen überfällt. Prange schaut nicht weg. Er mischt sich ein und hilft der Angestellten, indem er dem Täter demonstrativ sein Handy zeigt und so tut, als ob er die Polizei rufe. Als der Räuber flüchten will, hält Prange ihn fest - auch, als er mit einem Küchenmesser angegriffen wird. „Ich musste da gar nicht lange drüber nachdenken“, sagt er zurückblickend. „Ich hab’s gesehen und bin da hingegangen.“

Thomas Prange zeigte Zivilcourage - und genau solch ein Verhalten würdigte die Landesregierung am Montag mit einem landesweiten Aktionstag. Bei der Hauptveranstaltung in einem Einkaufszentrum in Hannovers Innenstadt traten Promis wie Musikproduzent Mousse T oder Fußballtrainer Mirko Slomka auf und diskutierten unter anderem mit Landesinnenminister Uwe Schünemann (CDU), um für Mut zu werben, wenn andere Menschen Hilfe nötig haben. Im ganzen Land beteiligten sich Gerichte, Polizeistationen, Kreis- und Stadtverwaltungen, Gewerkschaften und Vereine an dem Aktionstag.

In Meppen wollte Landesjustizminister Bernd Busemann (CDU) den Vormittag mit Menschen aus der Region verbringen, die Zivilcourage bewiesen haben. „Letztlich haben sie Mut gezeigt, wo andere am liebsten weggeschaut hätten“, würdigte der Minister ihren Einsatz. Er erinnerte an den tragischen Fall von Dominik Brunner, der im vergangenen September in der Münchner S-Bahn von Jugendlichen zu Tode geprügelt wurde, weil er vier Kinder schützen wollte. Nicht in jedem Fall gehe es um solch brutale Fälle. Oft seien es einfache Dinge, mit denen man helfen könne - etwa, bei einem Unfall einzugreifen oder sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen.

Daniel Brinkmann und Robert Lösche kamen im Januar 2009 gar nicht umhin, einer jungen Frau Hilfe zu leisten, der gerade ihr Fahrrad gestohlen worden war. „Sie stellte sich uns in den Weg und hatte geweint“, erinnerte sich Brinkmann. Die beiden Jugendlichen nahmen das Rad dem aggressiven Täter wieder weg. „Ich war ihm körperlich überlegen“, sagte Brinkmann. Aber der Dieb war nicht allein, sondern mit einer Gruppe unterwegs. „Es hätte durchaus zu einer Schlägerei kommen können.“ Zivilcourage lasse sich lernen, meinte Busemann. „Es ist eine Frage der Erziehung und der Haltung.“ Es sei wichtig, dass Eltern ihren Kindern die richtigen Beispiele geben. Auch in Schulen könne trainiert werden, wie man sich in solchen Situationen verhalte.

Polizeischüler der Bundespolizei spielten am „Tag der Zivilcourage“ landesweit in Zügen alltägliche Situationen nach: Einem Jugendlichen wird das Handy geraubt, eine Frau wird belästigt oder Heranwachsende beschmieren die Inneneinrichtung mit Filzstiften. In solchen Fällen sollten sich die anderen Reisenden in möglichst großer Zahl gegen die Täter solidarisieren und gemeinsam Aufstehen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Das signalisiere dem potenziellen Opfer Anteilnahme und dem Täter die Entschlossenheit der Menge.

Thomas Prange würde wieder eingreifen, auch wenn er nur mit Glück keine schweren Verletzungen davongetragen hat. „Ich glaube, es ist gut, wenn über solche Fälle berichtet wird“, erklärte er. „Das senkt auch bei anderen die Hemmschwelle zu helfen.“ lni


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