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Meine Stadt Promille-Tour: Bleibt Käßmann im Amt?
Hannover Meine Stadt Promille-Tour: Bleibt Käßmann im Amt?
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12:59 24.02.2010
Margot Käßmann Quelle: dpa
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Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sprach seiner Vorsitzenden nach einer nächtlichen Krisenberatung das Vertrauen aus, teilte die EKD am Mittwoch mit. Abschließend will der EKD-Rat an diesem Freitag und Samstag auf seiner regulären Sitzung in Tutzing bei München über das Vergehen beraten, sagte eine EKD- Sprecherin. Über ihren Verbleib im Amt solle Käßmann danach selbst entscheiden.

„In ungeteiltem Vertrauen überlässt der Rat seiner Vorsitzenden die Entscheidung über den Weg, der dann gemeinsam eingeschlagen werden soll“, hieß es in der am Mittwoch verbreiteten Mitteilung der EKD in Hannover.

In einer in der EKD-Geschichte einmaligen Telefonkonferenz, an der auch Käßmann selbst teilnahm, hatten sämtliche 14 Ratsmitglieder der Landesbischöfin von Hannover ihr Vertrauen bekundet. Auch bei der hannoverschen Landeskirche berieten sich die Kirchengremien, um der Bischöfin ihre Unterstützung zu bekunden.

Die EKD-Chefin war am Samstagabend mit 1,54 Promille am Steuer ihres Dienstwagens gestoppt worden. Sie hatte zuvor im Zentrum von Hannover eine rote Ampel missachtet. Käßmann hatte die Fahrt zutiefst bedauert und erklärt, sich den rechtlichen Konsequenzen stellen zu wollen. Wann sie sich öffentlich dazu erklären wird, ist nicht bekannt. Ob sie dienstlich oder privat unterwegs war, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Käßmann erwartet wegen ihrer Trunkenheitsfahrt ein Strafverfahren, da Alkoholvergehen am Steuer ab 1,1 Promille keine Ordnungswidrigkeit mehr sind.

Die Präses der EKD-Synode und Grünen-Politikerin Katrin Göring- Eckardt hatte am Dienstagabend in der ARD-„Tagesschau“ gesagt: „Das ist nicht akzeptabel, dass man mit 1,5 Promille Auto fährt.“ Göring- Eckardts Stellvertreter, Bayerns Ex-Ministerpräsident, Günther Beckstein (CSU), wies Rücktrittsforderungen unterdessen zurück. „Bischöfin Käßmann hat sicher einen Fehler begangen, sie hätte einen Chauffeur oder ein Taxi nehmen sollen“, sagte Beckstein den „Nürnberger Nachrichten“. Aber dieser Fehler werde nicht dazu führen, dass sie von ihrem Amt als EKD-Chefin zurücktreten müsse. „Auch eine Bischöfin ist keine Heilige, sondern nur ein Mensch, der fehlbar ist.“

„Natürlich ist es richtig Mist, was Frau Käßmann gemacht hat. Es ist richtig schlecht. Sie ist ja ein Vorbild, sie sollte auch Vorbildcharakter haben“, meinte Grünen-Chefin Claudia Roth am Mittwoch. „Wenn sie so alkoholisiert Auto fährt, dann ist das ein richtig schwerer Fehler. Aber ich bin ganz sicher, dass sie diesen Fehler am Allermeisten bedauert und dass man dann auch nicht mit Steinen werfen sollte, wenn man möglicherweise im eigenen Glashaus sitzt.“ dpa

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