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Meine Stadt Primark sieht es anders, Metro ruft die Polizei
Hannover Meine Stadt Primark sieht es anders, Metro ruft die Polizei
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00:16 19.06.2017
PROTEST: Verdi fordert mehr Lohn im Handel, sonst drohe Altersarmut. Quelle: Foto: dpa
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HANNOVER

Im Tarifkonflikt des Einzelhandles erhöht die Gewerkschaft Verdi mit weiteren Streiks den Druck. Am Freitag gab es eine zentrale Kundgebung für Niedersachsen in Hannover mit anschließendem Protestmarsch durch die Innenstadt, zu der mehr als 500 zum Arbeitskampf bereite Beschäftigte gekommen sind. Bestreikt wurden in der Region etwa H&M, Edeka, Ikea, Kaufhof, Primark, Kaufland und Penny. Auch nicht tarifgebundene Firmen wie Toys R Us und die fünf Obi-Märkte in der Region mussten sehen, wie sie ihr Geschäft am Laufen hielten.

Nach NP-Informationen hatte etwa der Modefilialist Primark in der City rund 125 Mitarbeiter fürs Tagesgeschäft erwartet – gekommen seien weniger als ein Dutzend, so dass das Management versuchte, die Kunden zu bedienen. Der Druck auf die Beschäftigten dort sei hoch, berichten Mitarbeiter und Betriebsrat, und die Bedingungen würden nicht besser – das sehe man auch daran, dass es im Vergleich zur Eröffnungszeit nur noch halb so viele Kollegen seien. Primark weist die Darstellung zum Streik zurück, es seien „ausreichend Primark-Mitarbeiter vor Ort“ gewesen, „mindestens die Hälfte der geplanten Schicht“. Man habe „Verständnis für den Wunsch unserer Mitarbeiter, Solidarität und Loyalität zu den Angestellten anderer Einzelhandelsunternehmen zu zeigen.“ Allerdings sei der Protest „für uns jedoch überraschend und nicht nachvollziehbar. Wir erkennen die regionalen Lohn- und Gehaltstarifverträge vollständig an, sind jedoch nicht eingebunden in die Verhandlungen der Tarifrunde.“ Primark biete „attraktive Gehälter und einige Positionen werden sogar übertariflich bezahlt – auch beim Einstiegsgehalt.“

Natürlich geht es Verdi auch ums Geld: Mindestens 1900 Euro im Monat und für alle sechs Prozent mehr, lauten die Kernforderungen. „Wir fordern keinen Reichtum, wir fordern menschengerechte Bezahlung“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes bei der Kundgebung am Kröpcke. Er wies darauf hin, dass jeder fünfte „Hartz IV-Aufstocker“ im Einzelhandel arbeite – also dort nicht genug verdiene, um anständig zu leben. Währenddessen die Einzelhandlesunternehmen „Rekordgewinne einfahren“. Eine Real-Mitarbeiterin berichtete: „Ich bin mittlerweile von Aufstockern umgeben – das ist eine Schande für unser Land!“

Heute soll es weitere Streiks geben. Auch im Großhandel ist Arbeitskampf – da rief Metro C & C am Tönniesberg gar die Polizei, um streikende Mitarbeiter vom Betriebsgelände zu bekommen. Für Verdi „eine Überreaktion“, schließlich sei das Streikrecht ein Grundrecht und als solches im Grundgesetz verankert.

Von Ralph Hübner

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