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Preview: So schön ist Amazonien am Zoo Hannover

Zoo-Chef Andreas Casdorff und Künstler Yadegar Asisi haben einen ersten Blick in den Regenwald vom hannoverschen Amazonien erlaubt.

Hannover. Der Tag im Regenwald dauert 15 Minuten. Anfangs in der simulierten Dunkelheit der Nacht erahnt man nur Silhouetten. Während aus verborgenen Lautsprechern Vogelgezwitscher anhebt, schieben sich im aufkeimenden Tageslicht erste Details in den Vordergrund. Gerade in dieser mystischen Zwischenzone der Dämmerung gewinnt die Darstellung eine ungemeine Plastizität, scheinen die Baumriesen, die Blätter und Lianen greifbare Realität zu gewinnen.

Es ist ein Eintauchen in eine fremde Welt. Eine Welt, für die man sich Zeit nehmen sollte. „Ich sehe in den Panoramen auch einen Gegenentwurf zu der allgemeinen Bilderflut“, sagt Yadegar Asisi. Der Künstler will mit seinen Rundumbildern die Intensität des Blickes schärfen, zum genauen Hinschauen verführen.

Denn das lohnt sich. Immer wieder erfassen die Blicke der Besucher Neues, schieben sich weitere Details in den Vordergrund. Sphärische Musik verbindet sich mit Umweltgeräuschen und menschlichen Stimmen zu einem, die Sinne stimulierenden Geräuschteppich. Fast möchte man meinen, Bewegungen zu sehen. Doch sind es nur sich verändernde Lichteffekte, die die Illusion lebendig werden lassen. Das Bild ist starr. Eine Art Collage aus Fotos und gemalten Bildern.

Rund 1000 Motive, die am Computer zu einem Gesamtwerk zusammengesetzt wurden - eine 13 Gigabyte große Datei. Ausgedruckt auf 37 Stoffbahnen ergibt das eine Bildlänge von etwa 110 Metern, der Länge eine Fußballfeldes, und bei 32 Metern Höhe einer Bildfläche von etwa 3200 Quadratmetern.

Asisi wollte die ganze Komplexität und Schönheit des Urwalds am Amazonas in einem Bild erfahrbar machen. „Es entsteht eine Intensität, wenn man hineingeht“, sagt er, „wenn man auf einmal zulässt, zu sehen.“ Dafür ist der Künstler viermal in die Amazonasregion gereist, hat dort rund 30 000 Fotos angefertigt. Jedes Detail ist ihm wichtig.

Details, die mit zunehmender Helligkeit immer deutlicher hervorstechen. Dazu passend mischt sich Kinderlachen in die Geräuschkulisse. Man erkennt bunte Papageien in den Bäumen, Affen, Gürteltiere und sogar bunte Schmetterlinge. Indianer gehen ihren alltäglichen Beschäftigungen nach.

Details, wie sie heutzutage, wo wir mit Bilder überschwemmt werden, gerade deshalb allzu oft verschwimmen, sagt Asisi. „Es geht darum, dan Augenblick zu erwischen, mal inne zu halten.“ Im Panorama werde der Besucher entschleunigt.
Drei Jahre hat es gedauert, bis aus der Idee Realität wurde. „Eine der längsten Schwangerschaften, die wir hier hatten“, sagt Zoochef Andreas Casdorff, der anfangs eher skeptisch gewesen war. Nach Besuchen in zwei Asisi-Panoramen andernorts und einer gemeinsamen Bootsfahrt mit dem Künstler über den Sambesi im Zoo Hannover sah er das anders: „Es passt doch eigentlich ganz gut, denn wir wollen ja in der Stadt zeigen, wie vielfältig Natur ist.“

Auch der Künstler ist von der Standortwahl begeistert, auch wenn sein Panorama theoretisch überall in der Stadt stehen könnte. „Doch die institutionelle Nähe zum Zoo hat einen synergetischen Effekt“, hofft er. Was bedeutet, dass die Anbindung an den Tierpark, örtlich wie inhaltlich, helfen kann, die Akzeptanz seiner Kunstform zu erhöhen. Denn: „Panoramen sind noch nicht in der Gesellschaft angekommen.“

Dem Besucher im Panorama am Zoo empfiehlt er vor allem die 6er-Ebene in der Höhe von sechs Metern. Dort sei der räumliche Effekt hundertprozentig. Bewegende Ausblicke aber gibt es auch auf den beiden anderen Plattformen des mittig in der Rotunde errichteten Besucherturms auf zwölf und 15 Metern Höhe.

Während es Abend wird in dem 15-Minuten-Intervall taucht die scheinbar untergehende Sonne die Landschaft in sattes Rot, schließlich färbt der Mond den Regenwald in kühles Blau.

Ab dem 18. November ist die Rotunde für alle geöffnet.

Andreas Krasselt


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