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Hannover

Polizist mit Kinderpornos: Bewährungsstrafe

Er hat seine Familie verloren und wohl bald auch seinen Job: Bundespolizist Torsten S. (41) wurde gestern zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er stand im Mittelpunkt der vermeintlichen Skandale auf der Bundespolizeiwache am Hauptbahnhof Hannover

Hannover. Der suspendierte Bundespolizist Torsten S. (41) erklärte in seinem letzten Wort unfreiwillig, warum er kein Beamter mehr sein sollte. „Ich bin froh, wenn endlich Ruhe einkehrt.“ Anschließend wurde er von Richterin Monika Pinski zu acht Monaten und drei Wochen Haft auf Bewährung verurteilt. Der Prozess war die zweite Auflage. Bereits im Juli 2016 wurde S. verurteilt. Er hatte gestanden. Deshalb konnte der Beamte wegen des Besitzes von Kinderpornos, Verstoß gegen das Waffengesetz und Beleidigung verurteilt werden; zehn Monate Bewährungsstrafe hieß das Strafmaß.

Dagegen legte Torsten S. Rechtsmittel ein. Das Oberlandesgericht (OLG) Celle entschied: Der Fund einer Pumpgun und von Munition müsse tateinheitlich betrachtet werden. Aus diesem Grund reduzierte sich gestern die Strafe. Die Funde wurden bei zwei Hausdurchsuchungen gefunden, deshalb wurde es zunächst als zwei Straftaten verurteilt.

Der kräftige Mann hat über Monate für Aufruhr bei der Bundespolizei gesorgt. Kollegen aus der Wache am Hauptbahnhof zeigten ihn an, er habe zwei Gefangene, einen Marokkaner und einen Afghanen, misshandelt. Die Ermittlungen der Staatsanwalt ergaben aber nichts, das Verfahren wurde ohne Anklageerhebung eingestellt.

Aber Torsten S. hatte ein Handy-Bild eines Marokkaners, der gefesselt vor ihm lag, an einen Kollegen geschickt. Dazu schrieb er: „Das ist ein Marok, den habe ich weiß gemacht“; „er hat gammliges Schweinemett gefressen“ und „er hat gequiekt wie ein Schwein“. Wie gesagt, die Misshandlungen waren nicht real. Aber das Gericht wertete das als unberechtigte Weitergabe eines Fotos und Beleidigung. Wegen dieser Sache und des Besitzes von Kinderpornos war das Urteil aus dem Juli 2016 bereits rechtskräftig.

Torsten S. steht vor den Trümmern seines Lebens. In Justizkreisen gilt als sicher, dass er seinen Beruf verlieren wird. Selbst sein Anwalt geht davon aus. Auch wenn das Urteil unterhalb eines Jahres Haft liegt. Ab dieser Grenze ist das Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis zwingend. Seine Frau hat ihn verlassen, mitsamt der fünfjährigen Tochter. Von der sozialen Ächtung des suspendierten Beamten ganz zu schweigen.

Und der Mann ist kein Ersttäter. Weil er einer 14-Jährigen ein Bild von seinem Geschlechtsteil schickte, wurde er im Amtsgericht Stadthagen 2015 bereits zu einer Geldstrafe verurteilt. Gestern zeigte sich der Angeklagte kurz angebunden. Sein Anwalt wiederholte lapidar das Geständnis. Und bis auf das letze Wort war von Torsten S. nichts zu hören. Als sei irgendeine überirdische Gewalt dafür verantwortlich, dass er Dateien mit Vergewaltigungen von Säuglingen und Kleinkindern auf dem Rechner hatte.

Als habe ihn jemand gezwungen, Rechtsmittel gegen das gnädige Urteil aus dem vergangenen Jahr einzulegen.

Von Thomas Nagel


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