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WO PASSIERT WAS: Die Polizei will im Herbst Zahlen veröffentlichen.

WO PASSIERT WAS: Die Polizei will im Herbst Zahlen veröffentlichen.
© Foto: Archiv

Kriminalität

Polizeistatistik für Stadtteile kommt

Die Polizei will ab herbst genaue Zahlen herausgeben, in welchen Stadtteilen was geschieht. Dazu arbeitet sie mit LKA und Stadt zusammen, um anhand verschiedener Daten ein aussagekräftiges Bild zu erzeugen.

HANNOVER. Immer wieder wird nach einer stadtteilbezogenen Kriminalstatistik verlangt – am Mittwoch erklärte Polizeirpäsident Volker Kluwe der NP: „Wir werden voraussichtlich im Herbst eine stadtteilbezogene Auswertung vorstellen können.“

Die NP hat am Dienstag eine Karte veröffentlicht, die das Kriminalitätsaufkommen in den diversen Zuständigkeiten der Polizeiinspektionen und -kommissariate in Hannover ausweist, nachdem die FDP diese Zahlen im Landtag erfragt hatte. Interpretationen aus diesen Zahlen in Bezug auf Bezirke und deren Einwohnerzahlen sind laut Kluwe nicht aussagekräftig, verschafften sie doch kein realistisches Bild, da sie viele äußere Faktoren nicht einbeziehen. Beispiel: In Mitte leben wenig Menschen, es sind aber viele Besucher in Bahnhof und Clubs unterwegs, die Verbrechen verüben und die Statistik negativ beeinflussen.

Grundsätzlich sei die Polizei daran interessiert, die Kriminalitätsverteilung zu zeigen. Seit geraumer Zeit arbeite man in der Behörde an einer sinnvollen Darstellung. „Seit 2011 hat sich die Polizei damit auseinandergesetzt. Es wurde dann festgestellt, dass wir nicht automatisiert Stadtteildaten erheben.“ Daraufhin wurde die Erfassungssoftware entsprechend ausgestattet. Problem: Teils waren die Ergebnisse aufgeteilt auf Stadtteile zu gering, in anderen Fällen waren die Deliktzahlen nicht aussagekräftig für den Stadtteil – wer in der Seelhorst ohne Fahrschein unterwegs ist, muss nicht dort wohnen.

Man habe sich dann entschieden, fünf Jahre lang die Zahlen zu erheben, um eine Entwicklungen betrachten zu können – und Anfang Januar ein Expertengespräch geführt, wie diese Statistik sinnvoll weiterverwendet werden könne. Involviert sind Landeskriminalamt, kriminologisches Forschungsinstitut und kriminologischen Forschungsstelle.

„Die Rohdaten lasen sich ohne Bezugsgrößen nicht bewerten, Wissenschaftler haben uns eindrücklich von der Publikation in dieser Form abgeraten.“ Stattdessen müsse mit Verknüpfungen gearbeitet werden, dabei soll der neue Strukturbericht der Stadt helfen. Kluwe erklärt, dass in manchen Stadtteilen vielleicht Streitigkeiten eher ohne Polizei geklärt würden, in anderen die Anzeigebereitschaft höher sei – dies schlage sich in Rohdaten aber nicht nieder. „Das muss hinterfragt werden.“ Zumal Dunkelfeld-Zahlen nicht erfasst würden – diese müssten wiederum seitens des LKA einfließen, das entsprechende Studien macht. Für die Prävention sei auch wichtig, zu wissen, wo die Täter überhaupt herkommen. Entsprechend wurde eine Vereinbarung getroffen: Ab dem 1. April bis spätestens 1. Oktober würden sinnvolle Parameter entwickelt – und dann präsentierten Polizei und Landeshauptstadt eine entsprechende Statistik.

Kluwe: „Wir haben kein Problem damit, die Zahlen zu veröffentlichen. Wenn man das ernst nimmt, wenn man etwas über das Sicherheitsgefühl der Hannoveraner erfahren will und wo welche Präventivmaßnahmen nötig sind, reichen die unbewerteten Rohdaten der Statistik allein aber nicht aus.“

Von Sebastian Scherer


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