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ALLEINGELASSEN: Laternenumzüge im Umland finden immer häufiger ohne Polizeibegleitung statt.

ALLEINGELASSEN: Laternenumzüge im Umland finden immer häufiger ohne Polizeibegleitung statt.
 © Foto: Junker

REGION HANNOVER

Polizei zieht sich von Umzügen zurück

Weil die Polizei im Umland nicht mehr jeden Laternenumzug schützen will, gibt es eine Debatte um die Sicherheit. Wäre etwa der Unfall in Großburgwedel vermeidbar gewesen?

hannover.  Der Schock sitzt noch immer tief. Am vergangenen Freitagabend war ein Teilnehmer beim St.-Martins-Laternenumzug der katholischen St.-Paulus-Gemeinde durch Großburgwedel von einem Mercedes-Fahrer angefahren und einige Meter auf der Motorhaube mitgenommen worden. Der Fahrer, ein 78-Jähriger, hatte sich laut Polizei durch den Umzug drängeln wollen – offenbar genervt davon, dass er warten musste.

In der Burgwedeler Politik wurden daraufhin Stimmen laut, dass es falsch sei, die Absicherung von Umzügen Freiwilligen zu überlassen, weil sich die Polizei von solchen Veranstaltungen aus personellen Gründen zu­rückgezogen habe.

Das Polizei-Kommissariat in Burgwedel stützt sich auf einen Erlass des Innenministeriums von 2016, das den Dienststellen vor dem Hintergrund personeller Engpässe freistellt, Veranstaltungen wie Umzüge oder Ausmärsche zu begleiten.

Burgwedels Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker bestätigte. dass die Burgwedeler Polizei keine Umzüge mehr begleitet. Ausnahme: die Schützenausmärsche, denn die führen unter anderem über Landes- und Kreisstraßen. Aufatmen können somit auch die Schützen in Isernhagen, denn für ihr Ge­meindegebiet sind die Burgwedeler Beamten ebenfalls zuständig.

Dennoch stehen viele Um­land-Kommunen vor dem Pro­blem, wie sie mit den Umzügen und Ausmärschen umgehen sollen. Denn inzwischen haben eine Reihe von Kommissariaten bereits angekündigt, sich von diesen Veranstaltungen fernzuhalten. Für die Kommunen Burgwedel, Gehrden, Hemmingen, Pattensen und Wennigsen ist die Region Hannover Verkehrsbehörde, und dort schaut man ebenfalls ganz genau hin, ob die Ausmärsche oder Umzüge ohne Polizeibegleitung genehmigt werden können.

Sprecher Klaus Abelmann: „Wenn der Ausmarsch ohne Polizei über Kreis- oder Landestraßen führen soll, wird es schwierig mit der Genehmigung.“ Führe er aber über „nicht klassifizierte Straßen“ wie Seitenstraßen, könne man Veranstaltungen mit Auflagen erlauben – so wie in Burgwedel.

In die Rolle des Helfers können die Ortsfeuerwehren schlüpfen. Die dürfen zwar nicht den Verkehr sperren, Umzüge aber begleiten. So wie in Isernhagen K. B. Dort hatte es ebenfalls am Freitag einen Laternenumzug gegeben. Mit Feuerwehr-Begleitung. Und ohne Unfall.

Von andreas voigt


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