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Meine Stadt Polizei nimmt Flüchtlinge auf
Hannover Meine Stadt Polizei nimmt Flüchtlinge auf
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00:18 31.08.2015
MIT SCHRANKEN GESICHERT:Der ZPD-Eingang in der List. Links hinter dem gelben Häuschen befindet sich die Sporthalle, in der Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Die ZPD-Chefin informierte Beschäftigte per Aushang (rechts). Foto: Heusel Quelle: NANCY HEUSEL
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Hannover

VON ANDREAS KÖRLIN

HANNOVER. Die niedersächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen sind überfüllt, trotzdem müssen immer mehr Flüchtlinge aufgenommen werden: Deshalb sollen rund 325 Hilfesuchende jetzt auch bei der Polizei in Hannover und bei der Polizeiakademie Niedersachsen am Standort Hann. Münden (Kreis Göttingen) untergebracht werden.

„Wir stellen uns auf die Aufnahme von bis zu 200 Flüchtlingen ein“, bestätigte gestern Abend Karsten Wolff, Sprecher der Zentralen Polizeidirektion (ZPD), auf NP-Anfrage, „dazu bereiten wir die Turnhalle auf dem ZPD-Gelände an der Tannenbergallee vor.“ Die Sportausbildung der Beamten werde natürlich fortgesetzt. Wolff: „Wir haben ausreichend Ausweichmöglichkeiten.“ Allerdings seien auch mehrere Sportvereine betroffen, die die Halle auf dem Lister Polizei-Areal normalerweise abends nutzen.

Möglicherweise werden erste Flüchtlinge bereits Ende nächster Woche in die ZPD-Turnhalle einziehen, heißt es in einem internen Info-Papier von Polizeipräsidentin Christiana Berg, das der NP vorliegt. Darin schreibt die ZPD-Chefin auch: „Im Umgang mit der angespannten Flüchtlingssituation sind wir über das bisherige Maß hinaus gefordert.“

Kurzfristig sollen auch 125 Flüchtlinge am Polizeiakademie-Standort Hann. Münden untergebracht werden, sagte Innenministeriumssprecher Matthias Eichler gestern der NP: „Wir brauchen Platz. Die Erstaufnahmeeinrichtungen in Braunschweig, Bramsche, Friedland und Osnabrück platzen aus allen Nähten.“ Die Polizei in Hann. Münden soll Hilfesuchende aus der 20 Kilometer entfernten Erstaufnahmeeinrichtung Friedland unterbringen.

Laut Eichler waren im Januar in den vier Erstaufnahmeeinrichtungen rund 3000 Flüchtlinge registriert, derzeit seien es mehr als 9000. „Das zeigt, warum wir kreative Lösungen finden müssen“, betont der Innenministeriumssprecher. Zumal Niedersachsen in diesem Jahr nicht - wie zunächst prognostiziert - 37 500, sondern vermutlich rund 75 000 Hilfesuchende aufnehmen müsse.

Unklar ist derzeit offenbar, ob Flüchtlinge auch noch in weiteren Polizei-Immobilien unterkommen sollen. Nach NP-Informationen hat das Land alle niedersächsischen Polizeibehörden gebeten, Möglichkeiten zu prüfen.

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