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Die Polizei in München ist einem riesigen Einbrecherclan auf der Spur - drei Täterinnen wurden bereits in Hannover gefasst.

Kriminalität

Polizei kämpft gegen riesigen Einbrecherclan

Die Polizei in München ist einem internationalen Einbrecherclan auf der Spur, der junge Frauen als Täterinnen losschickt. Bereits 20 Festnahmen soll es in München gegeben haben. Auch in Hannover flogen drei Einbrecherinnen auf. Bereits am 6. April 2016 wurden die drei Frauen (15, 19, 21) auf frischer Tat erwischt, als sie die Tür eines Mehrfamilienhauses an der Rampenstraße mit Einbruchswerkzeug öffneten. Nun soll laut den Ermittlern aus München feststehen, dass sie im Auftrag dieses kriminellen Clans, der europaweit agiert und etwa 500 Mitglieder haben soll, unterwegs waren.

Hannover. Ist dieser Clan verantwortlich für hunderte, vielleicht auch zigtausende Einbrüche in ganz Deutschland und Teilen Westeuropas? Die Polizei in München gab am Montag bekannt, dass sie den Kampf gegen eine riesige Verbrecherfamilie aufgenommen hat. Mittlerweile laufen bereits internationale Ermittlungen, auch Hannover ist betroffen.

In München wurden laut Polizei bisher rund 20 Täterinnen gefasst. „Arbeitsbienen“, wie der Leiter des Kommissariats organisierte Einbruchskriminalität, Reinhold Bergmann, am Montag berichtete. Auch zu Hintermännern drangen die Ermittler vor: Vier wurden verhaftet, zwei davon in Kroatien. Zwei sind noch auf der Flucht. Dennoch sei das nur „ein Arm des Kraken“, sagte Bergmann.

Er rechnet damit, dass es 20 bis 30 „Kraken-Arme“ gibt, etwa auch in Belgien, Spanien, Frankreich und Italien. Insgesamt schätzen die Ermittler, dass rund 500 Menschen den weit verzweigten Clans angehören. „Wir gehen davon aus, dass diese Gruppierung in Deutschland während der Dauer der Ermittlungen für nahezu jeden fünften Einbruch in Frage kommen kann“, sagte Bergmann.

Die drei Mädchen im Alter von 14 bis 19 Jahren und andere in München lebende Mitglieder ihrer Bande konnten im vergangenen Jahr für 13 Einbrüche verantwortlich gemacht und teils zu Haftstrafen verurteilt werden. Tatsächlich seien es aber wahrscheinlich alleine bei diesen drei Einbrecherinnen bis zu hundert Einbrüche gewesen.

Mitglieder der Bande wurden mittlerweile auch in Gelsenkirchen, Münster, Villingen-Schwenningen und Frankfurt gefasst. Drei Festnahmen soll es laut Münchner Polizei auch in Hannover gegeben haben - am 6. April 2016. Die Polizei Hannover konnte das am Montagabend zwar nicht bestätigen. Allerdings gab es im April 2016 tatsächlich Berichte über drei junge Frauen (heute 15, 19, 21), die auf frischer Tat in der Rampenstraße erwischt wurden. Sie sollen zuvor in mehrere Wohnungen in Linden eingebrochen sein.

In Kroatien stießen die Ermittler in der Nähe der Hauptstadt Zagreb auf schicke Villen mit Marmor und gehobener Ausstattung, die wohl aus den Einbrüchen finanziert worden waren. „Die Leute gingen keiner geregelten Arbeit nach“, sagte Bergmann. Rund 100 000 Euro wurden sichergestellt, die tatsächliche Beutesumme ist aber völlig unklar.

Wahrscheinlich über Generationen hätten die Clans ihr „Geschäft“ betrieben - und sie funktionieren wie eine große Firma, sagte Oberstaatsanwältin Anne Leiding am Montag in München. Alles war durchstrukturiert: Die Beschaffung von Unterkünften für die Diebeszüge, ein Anwalt für diejenigen, die erwischt wurden - und sogar Geldsendungen an „Kolleginnen“ im Gefängnis. Leiding nennt die Anführer der Bande aus Kroatien „CEOs“, die schon der Großelterngeneration angehörten. Bei zwei jüngeren Tätern spricht sie vom „mittleren Management“.

Wurden Mädchen in einen anderen Clan verheiratet, flossen hohe, teils sechsstellige Summen, wie Bergmann sagte. „Die Summe richtete sich nach der Kunstfertigkeit und Geschicklichkeit der Frauen.“ Schon Kinder hätten das Codewort für eine Einbruchstour gekannt: „Spazieren gehen“.

dpa, Zoran Pantic


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