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Angela Merkel hat den Rücktritt von Käßmann bedauert.

Reaktionen

Politik und Kirche bedauern Käßmann-Rücktritt

Mit Bedauern über ihre Entscheidung, aber auch großem Respekt vor ihrer Geradlinigkeit haben Politiker und Kirchenvertreter auf den Rücktritt der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann reagiert. Gewürdigt wurden der Mut, die Glaubwürdigkeit und die klare Haltung der Kirchenfrau. Ihr Rückzug sei ein Verlust, hieß es.

Hamburg/Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahm Käßmanns Entscheidung „mit Respekt und Bedauern“ auf. Nach Angaben von Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte Merkel am Mittwoch in Berlin: „Ich habe die Zusammenarbeit mit Bischöfin Käßmann sehr geschätzt.“

„Die Gradlinigkeit und Klarheit in ihren theologischen, soziopolitischen und gesellschaftlichen Positionen werden der Evangelischen Kirche in Deutschland fehlen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Synodenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Katrin Göring-Eckardt, sowie des stellvertretenden EKD-Vorsitzenden, Nikolaus Schneider. „Ihr Rücktritt ist ein schwerer Verlust für den deutschen Protestantismus.“

„Ich kenne Frau Käßmann seit langem als einen Menschen, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, respektiere gerade deshalb ihre Entscheidung und kann diesen Schritt verstehen“, schrieb der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, in einer kurzen Erklärung, die mit den Worten schließt: „Ich wünsche ihr in dieser schwierigen Stunde Gottes Segen.“

Die bisherige EKD-Vorsitzende habe „Verantwortung ohne Wenn und Aber“ übernommen, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel in Berlin. „Ich persönlich bedauere ihren Rücktritt sehr, denn ich habe sie als verlässliche Anwältin für Solidarität und starke Persönlichkeit kennen und schätzen gelernt, die theologische Kompetenz mit Lebenserfahrung verbindet.“

Respekt brachte der Entscheidung der Kirchenfrau die Grünen-Chefin Claudia Roth entgegen: „Sie beweist ihre große persönliche Integrität“, sagte Roth in Berlin. Die Gesellschaft brauche mehr streitbare Menschen wie Käßmann. „Ich wünsche mir sehr, dass ihre Stimme auch in Zukunft weithin hörbar ist.“ Auch die Linke würdigte Käßmanns Arbeit. „Sie hat stets klare Worte gefunden in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, ob zum Thema Krieg und Frieden oder zur sozialen Gerechtigkeit“, sagte der religionspolitische Sprecher des Parteivorstandes, Bodo Ramelow, in Erfurt.

„Die Niedersächsische Landesregierung bedauert den Rücktritt von Margot Käßmann. Sie hat hinsichtlich ihrer persönlichen Entscheidung meinen Respekt“, sagte Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff (CDU). „Sie hat in ihrer eigenen Sache genauso konsequent gehandelt, wie man das von ihr aus ihrer beruflichen Tätigkeit kennt“, urteilte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). „Sie ist eine Persönlichkeit, die für Positionen gestritten hat und damit unsere Gesellschaft bereichert hat. Ich hoffe, dass sich Frau Käßmann auch weiterhin in gesellschaftspolitische Debatten einmischt.“

Bedauern wurde auch aus der Heimatkirche der Bischöfin laut: „Wir empfinden es als großen Verlust, dass die Landesbischöfin nicht mehr für die Arbeit der Landeskirche zur Verfügung steht“, erklärte die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers. Fast alle Landesbischöfe brachten gleichfalls ihr Bedauern zum Ausdruck und zollten Käßmann Respekt für ihren Mut und ihre Konsequenz.

Erschüttert reagierte der Deutsche Evangelische Kirchentag auf den Rücktritt der EKD-Ratsvorsitzenden. „Die Entscheidung macht mich sehr betroffen. Ich weiß nicht, ob diese Konsequenz wirklich nötig gewesen wäre. Wir verlieren eine ganz prägende kirchenleitende Persönlichkeit und Impulsgeberin“, sagte Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär der „Leipziger Volkszeitung“ (Donnerstag). „Dieser Schritt wäre nicht nötig gewesen“, meinte auch der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Christoph Markschies, im Deutschlandradio Kultur.

Als „herben Verlust für die Christen in Deutschland“ wertete der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer den Amtsverzicht. „Für sie persönlich ist der Schritt richtig. Für uns alle, für den Protestantismus ist die Entscheidung schlecht“, sagte er der „Leipziger Volkszeitung“. Gleichwohl könne er die persönlichen Gründe Käßmanns für ihren Rücktritt verstehen. „Sie gewinnt damit ihre Freiheit zurück, die sie sonst nicht wieder bekommen hätte. Dieses Vergehen würde sie täglich verfolgen, egal wo sie auftritt und wozu sie sich auch äußert.“

Käßmann erspare sich mit ihrem Rücktritt auch weitere Häme, sagte Schorlemmer. „Wenn man Sätze liest, wie: „Wasser predigen, Wein trinken, Gas geben“ und dann ein sensibler Mensch ist, dann ist die Schmerzgrenze erreicht. Das hält man nicht aus. Die Mehrheit der Menschen will dort oben eine Heilige und keinen Menschen.“


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