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Meine Stadt Politik nimmt Wohnungsmangel in Hannover sehr ernst
Hannover Meine Stadt Politik nimmt Wohnungsmangel in Hannover sehr ernst
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19:00 30.07.2018
Bezahlbarer Wohnraum fehlt. Quelle: Ole Spata/dpa
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Hannover

Wohnraummangel trifft auf hohe Mieten – in einer neuen Studie beschreiben Wissenschaftler der Hans-Böckler-Stiftung, dass in Hannover für Arme und Geringverdiener 48 684 Wohnungen fehlen. Auch für die Mittelschicht wird die Suche nach einem neuen Zuhause zunehmend zum Problem. Das nimmt die Politik sehr ernst.

Noch vor Veröffentlichung des neuen Datenmaterials hatte das Ratsbündnis aus SPD, Grünen und FDP bezahlbaren Wohnraum zum Schwerpunktthema für die künftige Arbeit gemacht. „Wir haben mit der Wohnbauoffensive eine Menge angestoßen, aber wollen noch mehr erreichen“, sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. Sie fordert Nachdenken über das Wohnraumkonzept.

FDP-Kollege Wilfried Engelke plädiert dafür, jeden für Bebauung möglichen Platz zu nutzen. Er erinnert daran, dass er mit dem Grünen-Regionsabgeordneten Michael Dette eine Bebauung des Heisterbergs gefordert habe. Dass die auf Ablehnung stieß, ist nach Veröffentlichung der Studie für ihn noch unverständlicher. Ein mehrstufiges Konzept sei erforderlich, meint Engelke. Auch über Standrads müsse man neu entscheiden: „Die gesetzlichen Vorgaben des Bundes reichen aus.“

„Wer in der Nähe von Bahnanlagen bauen will, braucht einen Akustiker zur Lärmpegelberechnung“, hat sich CDU-Fraktionschef Jens Seidel schon über die aus seiner Sicht überflüssigen Vorschriften gewundert. Standards wie Dachbegrünung oder Photovoltaikanlagen seien zwar ökologisch sinnvoll, trieben aber die Preise in die Höhe. „Die hannoverschen Standrads machen bezahlbaren Bauen schwer“, so der Christdemokrat.

Seidel wirft dem Baudezernat eine „gewisse Schwerfälligkeit“ vor. „Am 31. Dezember 1998 verließ die Conti ihr Werk in Limmer. 2001 stimmten wir dem Masterplan für die Wasserstadt zu. Jetzt gerade sollte mit dem vierten Bauabschnitt begonnen werden. Tatsächlich steht noch nicht ein Haus .“

Sozialpolitiker Reinhard Fahlbusch befürchtet, dass der Wohnraummangel und seine Folgen Rechtspopulisten dienen könne. „Da gibt es dringenden Handlungsbedarf!“, warnt er. Mietpreise hätten heute für die Bürger dieselbe Bedeutung wie früher einmal der Brotpreis.

Aus Sicht des Pestel-Instituts fehlen in Hannover 11 000 bis 12 000 Wohnungen. Damit der Mangel generell und der Engpass gerade an für Arme und Geringverdiener bezahlbarem Wohnraum nicht entscheidend wird für den Ausgang der Kommunalwahl 2021, müsse man – so Fahlbusch – schnellstens Konzepte erarbeiten. Sonst mache man es der AfD zu einfach: „Die müssen nicht liefern, sondern nur behaupten.“

Von Vera König

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