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Pokémon-Spieler trafen sich Freitagabend in Hannover zur nächtlichen Monsterhatz.© dpa

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Pokémon: Nächtliche Monsterjagd in Hannover

Wo sind die "Pokémon"? Mitten in Hannover, zwischen Rathaus und Maschsee, jagen Menschen mit Smartphones vor dem Gesicht nach virtuellen Monstern. Auf ihre Umgebung achten sie kaum.

Hannover. Horden von Spielern mit Handys vor dem Gesicht marschieren durch die Innenstadt von Hannover. Sie sind auf virtueller Monsterjagd, ihr Ziel ist das Gebiet rund um den Maschsee. Dort wollen sie Lockmodule installieren und möglichst viele  "Pokémon" fangen.

Knapp 1000 Teilnehmer haben sich am Freitagabend in Hannover zur "1. Pokémon Go Nachtwanderung" getroffen. "Man lernt extrem viele Leute kennen, und es ist ein Kindheitstraum von mir, draußen Pokémon zu fangen", sagt der 23-jährige Florian und blickt gebannt auf sein Smartphone. "Ich bin hier, um neue Leute kennenzulernen und andere Verrückte wie mich zu treffen", erklärt René. Der 25-Jährige ist schon den ganzen Tag mit seinen beiden Neffen unterwegs gewesen und hat Jagd auf "Pokémon" gemacht. 

Dann geht es endlich los, etliche Fans kämpfen bereits mit einem zusammengebrochenen Netz, weil so viele Menschen gleichzeitig online sind. Teamleiter führen die Spieler in Gruppen aus der Innenstadt heraus. Zwischen Rathaus und Maschsee soll es jede Menge der kleinen Monster geben. Die Organisatoren haben für die Jagd fünf Stunden Zeit eingeplant. Ein Spaziergang von rund neun Kilometern - sonst für viele undenkbar - ist plötzlich kein Problem mehr.

Auf der Suche nach "Dratinis" und anderen Figuren läuft es sich gewissermaßen von selbst.  "Der Plan ist, einmal um den Maschsee zu gehen", sagt Teamleiter Jean-Pierre Wesche und eilt mit schnellem Schritt voran. "Man ist draußen an der frischen Luft, das ist doch einfach toll", meint die 24-jährige Tanja. Sie hat schon auf dem Weg zur Arbeit gespielt, das gehe auch ganz gut.

Die Idee zur Nachtwanderung hatte Nikita Klein, der auf Facebook von einem Aufruf zu einer "Pokémon"-Jagd in Berlin gelesen hatte und diese Aktion für Hannover startete. Seit dem 6. Juli ist das neue Smartphone-Spiel "Pokémon Go" in den USA erhältlich, in Deutschland kann die App seit Mittwoch runtergeladen werden.

Der Clou ist die Standort-Erkennung (GPS) auf dem Smartphone. Die Monster verstecken sich an verschiedenen Orten - der Spieler sieht sie, wenn er in der Nähe ist. Dann werden die Figuren auf dem Display des Telefons in die echte Umgebung eingeblendet ("Augmented Reality").

Viele Nutzer sind völlig in ihrem Spiel versunken und achten kaum noch auf die reale Umgebung. Was von Fall zu Fall nicht ungefährlich ist: So brachten sich drei Spieler in der Lüneburger Heide tatsächlich in Gefahr. Ein ziviler Wachdienst erwischte das Trio auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Bergen, als dort mit scharfer Munition zu Übungszwecken geschossen wurde, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte.

Die "Pokémon-Go"-Spieler hatten den Angaben zufolge bereits am Mittwoch trotz geschlossener Schranke und roter Flagge das militärische Sperrgebiet betreten. Was die rote Flagge sagen soll? Es ist ein Hinweis auf Schießübungen.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
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     30159 Hannover
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  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok