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Meine Stadt Pogromnacht: Hannover gedenkt der Opfer
Hannover Meine Stadt Pogromnacht: Hannover gedenkt der Opfer
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15:22 09.11.2018
Rund 70 Menschen gedachten der Opfer des NS-Regimes am Mahnmal in der Roten Quelle: Wilde
Hannover

Niemals vergessen. Das war und ist noch immer das Motto am 9. November. An wohl keinem anderen Tag passierten so viele bedeutende Dinge in der deutschen Geschichte. Novemberrevolution 1918, Mauerfall 1989. Die dunkelste Erinnerung stammt aus dem Jahr 1938. In der Reichspogromnacht überfielen die Nazis jüdische Wohnungen, Geschäfte und Synagogen. Zum 80. Jahrestag fand am Mahnmal der Neue Synagoge in der Roten Reihe wieder eine Kranzniederlegung statt.

„Dann kam man auch zu mir. Gegen 1 Uhr morgens wurde mehrfach geklingelt, und er erschienen zwei Gestapo-Beamte, die mich verhafteten und aufforderten, mich anzuziehen und mitzukommen.“ Worte von Horst Berkowitz, vorgetragen von einem Schüler der Heisterbergschule. Anhand von Briefen und Protokollen skizzierten die Jugendlichen die Ereignisse vom 9. November 1938. Rund um das Mahnmal in der Roten Reihe herrscht absolute Stille. Die Polizei hat die Zufahrtswege abgeriegelt. Rund 70 Menschen sind gekommen, um der Opfer zu gedenken.

Kantor Assaf Levitin leitet das Gedenken mit einem Totengebet ein. Dann verlesen die Jugendlichen die hinterlassenen Schriftstücke der hannöverschen Familien Berkowitz, Kleeberg, Fürst, Kronenberg und Grünspan. In der Reichspogromnacht wurden in Hannover 181 Männer und eine Frau verhaftet.

Berkowitz, der Anwalt, wurde am nächsten Tag per Zug ins Konzentrationslager Buchenwald gefahren. „Im Lager Buchenwald lag ich also auf der Erde und man sagte mir später, alle hätten mich für tot gehalten“, liest der Schüler aus den Erinnerungen Berkowitzs vor. Im Anschluss legen unter anderem OB Stefan Schostok und Regionspräsident Hauke Jagau Kränze nieder.

Das Gedenken endet mit den Worten von Kantor Assaf Levitin. Er spricht das Kaddisch, ein jüdischen Gebet. Ein würdevoller Abschluss.

Von Timo Gilgen

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