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Meine Stadt Pleite am ZOB: Deutsche Touring rutscht in die Insolvenz
Hannover Meine Stadt Pleite am ZOB: Deutsche Touring rutscht in die Insolvenz
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00:16 06.04.2017
VIEL BETRIEB: Der ZOB hinter dem Bahnhof. Dem Betreiber droht dennoch die Pleite.  Quelle: Rainer Dröse
Hannover

 An mangelnder Nachfrage kann es nicht liegen. Der Fernbusmarkt vermeldet weiter steigende Nutzerzahlen. Und doch hat der Betreiber des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Hannover Insolvenz anmelden müssen. In der vergangenen Woche ging das Schreiben beim Frankfurter Amtsgericht ein.

Vorerst läuft der ZOB-Betrieb allerdings weiter. Wie die Stadt auf Nachfrage der NP berichtete, geschieht das bisher auch „störungsfrei“. Laut dem Frankfurter Insolvenzverwalter Miguel Grosser ist erstes Ziel „die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs. Wichtig ist, dass der Ticketverkauf weiterlaufen kann und die Deutsche Touring vorerst voll handlungsfähig bleibt“.

Insolvenzverwalter wagt „keine Prognose“ zur Sanierung

Die „Rahmenbedingungen für eine auf Dauer angelegte Sanierung“ hält er jedoch für „sehr schwierig“. Grosser will deshalb „keine Prognose abgeben, ob und in welcher Form es gelingen kann, die Deutsche Touring zu erhalten“.

Bei der Stadt sieht man sich allerdings für eine Pleite des Unternehmens gut gerüstet. Zum einen habe der Insolvenzverwalter die Möglichkeit, den Vertrag mit ihrer Zustimmung an ein anderes Unternehmen zu verkaufen. Zudem ergebe sich aus dem Insolvenzrecht eine Sonderkündigungsmöglichkeit.

Stadt sieht den Betrieb am ZOB nicht gefährdet

„Auch in diesem Fall sehen wir den Betrieb nicht als gefährdet an, weil der ZOB sehr gut läuft, damit attraktiv für potenzielle andere Betreiber ist und uns bereits grundsätzliches Interesse an Übernahme bekannt ist“, erklärt Stadtsprecher Dennis Dix.

Am ZOB in Hannover werden deshalb wohl auch kaum die Gründe für die Insolvenz der Deutschen Touring zu finden sein. Wahrscheinlich wurde dem Unternehmen der knallharte Verdrängungswettbewerb auf dem deutschen Fernbusmarkt zum Verhängnis, auf dem es mit seiner Marke „Eurolines“ mitmischte.

Hinter Marktführer Flixbus, dessen Marktanteil das Iges-Institut Ende Januar auf 90,8 Prozent bezifferte, war die Deutsche Touring mit 2,8 Prozent schon der zweitgrößte Anbieter. Viele andere haben bereits aufgegeben.

Von Christian Bohnenkamp

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