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Meine Stadt Playmobil-Ausstellung im Historischen Museum
Hannover Meine Stadt Playmobil-Ausstellung im Historischen Museum
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00:18 03.09.2018
SO MACHT MUSEUM SPASS: In sechs großen Schaukästen zeigt die Ausstellung, dass von Barock bis Moderne Geschichte auch mit Playmobil erzählt werden kann. Quelle: Foto: Villegas
Hannover

Seine erste Playmobil-Figur war eine „Putzfrau“. Die suchte sich Robert Packeiser 1976 in einem Bremer Kaufhaus aus. „Zu jedem Geburtstag oder Weihnachtsfest stand Playmobil danach immer ganz oben auf dem Wunschzettel. Die richtige Sammelleidenschaft packte mich schließlich in den 1990er Jahren“, erzählt der Kunst- und Geschichtslehrer der Wilhelm-Raabe-Schule. Inzwischen hat der 46-Jährige auf jeden Fall mehr als 10 000 Playmobil-Figuren – „die genaue Zahl weiß ich gar nicht, ich sollte mal wieder nachzählen.“ Ab Sonntag stellt er einen Teil seiner umfangreichen Sammlung im Historischen Museum aus. Das Haus will damit vor allem Kinder und Familien anlocken.

Kinderspielzeug im Museum – wie passt das zusammen? „Das passt perfekt zusammen. Wir haben es uns beide zur Aufgabe gemacht, Geschichte zu vermitteln. Wir zeigen alte Gegenstände, Herr Packeiser hat Playmobil als sein Medium gewählt“, erklärt Museumsdirektor Thomas Schwark. Insgesamt sechs komplexe Dioramen zeigt das Museum, gut geschützt hinter Glasscheiben: „Mittelalter, Barock, die Stadt um 1900 und die moderne Stadt stehen dabei im Fokus“, sagt Kurator Jan Willem Huntebrinker. Zu jedem Diorama werden entsprechende historische Exponate dazugestellt und erläutert. „Die Besucher können spielend zwischen den Vitrinen hin- und herwechseln, beides miteinander vergleichen und sogar viele Hannover-Bezüge finden“, so der Kurator. Ein echtes Highlight und für Besucher erstmals zu sehen, ist dabei ein Schwert aus dem 13. Jahrhundert.

Fotos: Villegas

Eigentlich hätte die Ausstellung bereits Mitte August starten sollen. Doch weil die Decke des Museums einsturzgefährdet ist und abgestützt werden muss (NP berichtete), hatte sich der Aufbau verzögert. Huntebrinker nahm es gelassen: „Wir haben selbst da einen Bezug zu Playmobil hergestellt. Die kleinen Bauarbeiter haben auch ein Gerüst aufgestellt. Wer genau hinschaut, wird sie entdecken.“

Robert Packeiser sieht sich nicht nur als bloßen Sammler: „Aus einer einzelnen Figur gestalte ich eine ganze Welt. Ich verdichte jedes Thema und stelle es dann in ganz vielen Facetten dar“, erklärt er. Als Beispiel dafür nennt er die Playmobil-Figur von Reformator Martin Luther. „Es ist die meistverkaufte Figur weltweit. Aber ich habe mich sofort gefragt: Wo ist der Thesenanschlag? Wo die Bauernkriege? Das hat Playmobil alles nicht auf den Markt gebracht. Ich habe es also selber gestaltet.“

Die Ausstellung „Geschichte spielen mit Playmobil“ startet am Sonntag um 12 Uhr mit einem Familienfest. Bis zum 24. Februar 2019 sind die Dioramen ausgestellt.

Von Britta Lüers

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