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Meine Stadt Platzt Prozess gegen Einbrecher?
Hannover Meine Stadt Platzt Prozess gegen Einbrecher?
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16:18 01.10.2017
Symbolbild Quelle: Frank Wilde
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hannover

Es ist sicher kein Geheminis, wie Armet O. (38) zu dem Spitznamen „Glatze“ gelangte. Bei dem mitangeklagten Advush Q. (38) fragt man sich hingegen schon, warum er „der Reifen“ genannt wurde. Doch das ist nicht die vordringlichste Frage, die Richter Stefan Joseph beantworten muss. Zurzeit gibt es im Prozess gegen die mutmaßliche „überörtliche Einbrecherbande“ (so die Anklage) lediglich ein Teilgeständnis. Gericht und Verteidiger beharken sich. Die Anwälte fordern, dass der aufwendige Prozess ausgesetzt wird.

Die vier Angeklagten (Arbim M., 35, ist „der Kleine“) und Remzi M. (35, ist „die Brust“) sollen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sechs Einbrüche in Supermärkte und Spielotheken begangen haben. Teilweise erbeuten sie mehr als 40 000 Euro und richteten erheblichen Schaden an. Die Beutezügen haben sich laut Anklage in unterschiedlicher Besetzung zugetragen.

„Die Glatze“ und „der Kleine“ leben in Laatzen und in Hannover. Die Polizei hatte die Angeklagten schon länger im Visier. So wurden ihre Telefone überwacht. In den Gesprächen hätten sich die Angeklagten die Spitznamen gegeben, sagte ein Ermittler (35) im Landgericht aus. Bei einer Hausdurchsuchung beim „Kleinen“ habe man einen Zettel gefunden. Darauf standen die Adressen von den Supermärkten, in die eingebrochen wurde. Die Taten ereigneten sich im Zeitraum vom 1. Mai 2016 bis 9. März 2017. Nach einem gescheiterten Einbruch in eine Mellendorfer Spielothek konnten drei Angeklagte festgenommen werden. Die Polizei wertete die GPS-Daten des Autos der mutmaßlichen Diebe aus. „Wir haben die Tankstellen entlang der Strecken ermittelt und die Videobilder ausgewertet“, erklärte der Polizist.

Wegen dieser akribischen Ermittlerarbeit sitzen die vier Männer (drei sind Familienväter) nun auf der Anklageband der 19. Großen Strafkammer. Auf bandenmäßigen Diebstahl steht eine Höchststrafe von zehn Jahren. Die Anwälte bemängelten, dass es von einem Großteil der abgehörten Telefonate weder Übersetzungen noch Zusammenfassungen gebe. Auch die Videoaufzeichnungen seien den Verteidigern nicht bekannt. Der Ermittler erklärte, dass nur tatrelevante Inhalte übersetzt worden seien. Da es in der Kürze der Zeit nicht möglich sei, diese Versäumnisse nachzuholen, müsse der Prozess ausgesetzt werden, so die Anwältin Vijoleta Berisha.


Von thomas nagel

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