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alle haken belegt: Sieht es bei den Krippenplätzen noch gut aus, müssen die Kommunen bei den Kindergärten deutlich nachlegen.

Alle Haken belegt: Sieht es bei den Krippenplätzen noch gut aus, müssen die Kommunen bei den Kindergärten deutlich nachlegen.

Kinderbetreuung

Platzmangel im Kindergarten – Kommunen müssen nachlegen

Viele Umlandkommunen sind von der Bevölkerungsentwicklung kalt erwischt worden. Die Betreuungsquote im Krippenbereich steigt nur noch schwach an, weil sich immer mehr Kinder die vielen neuen Plätze teilen müssen. Im Kindergartenbereich ist die Quote sogar rückläufig.

Hannover. Hatte schon die Stadt einräumen müssen, bei der Kinderbetreuung kaum mit dem Bevölkerungswachstum mitzukommen, sieht das bei der Region Hannover nicht besser aus. Im Gegenteil. Ist die Krippenversorgung noch auf hohem Niveau, sind im Kindergarten Engpässe zu erwarten.

Noch habe wohl jeder Rechtsanspruch erfüllt werden können, so Margit Datan vom Fachbereich Jugend am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss. Und sei es dadurch, dass Eltern auf einen Platz verzichtet hätten. Doch in der Selbsteinschätzung der 16 Kommunen im Zuständigkeitsbereich der Region erwarten zwei Drittel Defizite bei der Bedarfsabdeckung, die Hälfte gab an, kein ausreichendes Betreuungsangebot vorhalten zu können.

Dabei läuft der Ausbau auf Hochtouren. Doch die Kommunen kommen nicht hinterher. Die Anzahl der Kinder im Alter bis zu zehn Jahren hat von Ende 2015 bis Ende 2016 um 1200 zugenommen (2,8 Prozent).

Auch bei den Drei- bis Sechsjährigen gab es ein Plus von 2,5 Prozent. „Das hat einige Kommunen extrem überrascht“, so Datan. „Es hat enorme Zuzüge gegeben, nicht nur durch Flüchtlinge.“ Die Versorgungsquote im Krippenbereich hat insgesamt um 0,3 Prozent zugenommen und lag zum Stichtag 1. März 2017 bei 36,8 Prozent, bezogen auf die beiden Jahrgänge mit Rechtsanspruch sogar bei 54,2 Prozent. Die Verteilung auf die Kommunen ist jedoch sehr unterschiedlich.

Bei der Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen hatte es jedoch schon im Vorjahr einen Rückgang um 2,7 Prozentpunkte gegeben, in diesem Jahr kamen weitere 2,6 hinzu. Die durchschnittliche Versorgungsquote liegt damit bei nur noch 96,9 Prozent, auch hier mit starken Unterschieden zwischen den Kommunen von 85,2 Prozent (Barsinghausen) bis 115,5 Prozent (Pattensen). „Die momentane Planung reicht deutlich nicht aus“, so Datan.

Aber es wird weiter gebaut: 731 Plätze bis Ende des laufenden Kita-Jahres, darunter mit 377 der Löwenanteil für die Älteren, und 393 sind bereits für das folgende Jahr geplant. Diese Zahl dürfte sich aber noch erhöhen.

Krippenausbau im ganzen Land

Der Ausbau ist natürlich nicht auf Hannover und das Umland beschränkt. Immer mehr Niedersachsen schicken ihren Nachwuchs in eine Kindertagesstätte oder zu Tageseltern. Laut Landesamt für Statistik sind zum Stichtag 1. März 320 705 Kinder dort versorgt worden – mehr als drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der in einer Krippe untergebrachten Kleinkinder unter drei Jahren sei sogar um 8,2 Prozent auf mehr als 50 000 gestiegen.

Zugenommen hat auch die Zahl der Einrichtungen: Seit 2007 seien 979 Kitas neu eröffnet worden. Zum Stichtag kümmerten sich 50 241 Mitarbeiter um die Kinder, darunter sechs Prozent Männer. Diese waren mit durchschnittlich 34,6 Jahren deutlich jünger als ihre Kolleginnen mit 41,5 Jahren.

Zwei Drittel der Beschäftigten hatten eine Ausbildung als Erzieherin oder Erzieher. Je acht Prozent waren gelernte Kinderpflegerinnen oder Sozialassistentinnen oder hatten einen vergleichbaren Berufsabschluss

Auf die Qualität kommt es an

Bei der Kinderbetreuung kommt es aber nicht nur auf die Anzahl der Plätze an, sondern auch auf die Qualität. Das Förderprogramm des Landes zur Finanzierung einer dritten Kraft in Krippengruppen wird in den Regionskommunen ohne eigenes Jugendamt gut angenommen: 205 der 219 Krippengruppen machen davon Gebrauch.

Doch auch die Region selbst hat einen Fördertopf für die Qualitätsentwicklung in Kitas: Seit 2016 werden dafür jährlich 500 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Gefördert werden so verschiedene Maßnahmen wie der Bau von Kletterwänden zur Bewegungserziehung, die Installation von Rollos oder Sonnensegeln als Sonnenschutz, der Bau von Akustikdecken, Umbauten für Barrierefreiheit und vieles mehr. Bislang zahlt die Region maximal 50 Prozent der Gesamtkosten, es ist jedoch eine Erhöhung auf 75 Prozent vorgesehen. Ausgeschöpft ist der Fördertopf noch nicht.

Von Andreas Krasselt


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  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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