Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Platz zum Leben gesucht
Hannover Meine Stadt Platz zum Leben gesucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 25.03.2013
GEMEINSCHAFT: In der nachgebauten Jurte (ein traditionelles mongolisches Zelt) treffen sich die Bauwägler. Quelle: Frank Wilde
Anzeige
Hannover

Constantin hat einen Traum: Zwei Pferde vor seinen Bauwagen spannen und als Wanderschäfer übers Land ziehen. Pferde hat der ehemalige Theologiestudent noch keine, einen Bauwagen schon. Der steht mit acht weiteren derzeit im Grenzgebiet von Linden und Badenstedt.

Doch die Uhr tickt. Geduldet wird die zwölfköpfige Truppe mit ihren vier Hunden auf der Freifläche neben der Gartenkolonie Am Ihlpohl nur noch bis Montag. „Dann müssen die Bewohner damit rechnen, dass wir sie auffordern werden, den Platz zu räumen“, so Stadtsprecher Dennis Dix.

Eine Alternative für den Standort ist jedoch nicht in Sicht. Auch den Platz in Badenstedt haben die Bauwägler nach ihrer Odyssee vom Conti-Gelände über die Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Bothfeld nur durch Zufall gefunden. Nina, Krankenschwester von Beruf, war hier früher oft mit ihrem Hund spazieren gegangen.

Ernsthaft glaubt niemand daran, dass am Montag die Polizei zur Räumung anrücken wird. Die Bauwägler setzen auch Hoffnungen in die Politik. Bezirksbürgermeisterin Brigitte Schlienkamp (SPD) war vor wenigen Tagen zu Besuch. „Ich denke nicht, dass die sofort räumen müssen“, sagt auch sie. Wie es weitergehen könne, wisse sie aber auch nicht. Zunächst sollte sich der Bezirksrat damit beschäftigen. Der tagt am 18. April.

Die Kleingärtner sehen die neuen Nachbarn mit gemischten Gefühlen, viele äußern aber auch Sympathie. Ingeborg Blumenhagen kommt jeden Tag mit ihrem Hund an dem Platz vorbei. Wenn die großen Hunde der Bauwägler auf ihren kleinen Terrier zustürmen, hat sie nur Angst, dass ihr Hund böse reagiert. „Die Bewohner und ihre Hunde sind alle prima“, ist die Rentnerin überzeugt. „Auch von meinen Bekannten hat noch keiner gemeckert.“ Andere allerdings schon. Vor allem Hundebesitzer, die den Platz bislang als Auslauffläche für ihre Tiere nutzten.

Die Bauwägler wollen nur eins: „Endlich einen Platz, den wir pachten und auf dem wir uns dauerhaft einrichten können“, sagt Daniel. Sie wollen zurück zur Freiheit einer einfachen Lebensweise in direktem Kontakt zur Natur. Ein gemeinschaftliches Miteinander ohne autoritäre Strukturen. „Eine Störtebecker-Demokratie“, nennt es Constantin. Ohne Piratenkapitän allerdings.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eisiges Schmuddelwetter und das vielleicht noch bis Ostern - trotzdem haben die Kirchen die Essensausgabe für Obdachlose und Arme schon am vergangenen Sonnabend (16.3.) geschlossen.

25.03.2013

Die Staatsanwaltschaft Hannover bietet dem früheren Bundespräsidenten Christian Wulff das Ende der Ermittlungen an und erwartet von ihm dafür ausdrücklich kein Schuldeingeständnis.

22.03.2013

Bei einem Unfall auf der spiegelglatten Bundesstraße 65 in Bad Nenndorf (Landkreis Schaumburg) ist ein Autofahrer schwer verletzt worden. Ein Lastwagen mit leerem Auflieger war am frühen Freitagmorgen von Bad Nenndorf nach Hannover unterwegs, als das Gespann ins Schleudern geriet, wie die Polizei mitteilte.

22.03.2013
Anzeige