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GEMEINSCHAFT: In der nachgebauten 
Jurte (ein traditionelles mongolisches
 Zelt) treffen sich die Bauwägler.

GEMEINSCHAFT: In der nachgebauten
Jurte (ein traditionelles mongolisches
Zelt) treffen sich die Bauwägler.© Frank Wilde

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Bauwägler

Platz zum Leben gesucht

Das Ultimatum läuft ab: DieBauwägler, die Ende Februar von Bothfeld ins Grenzgebiet zwischen Badenstedt und Linden ausgewichen sind, werden dort nur noch bis Montag geduldet. Weiterziehen wollen sie nicht mehr, da sie nicht wissen, wohin. Sie wünschen sich endlich eine endgültige Lösung der Standortfrage für ihr alternatives Lebensmo dell .

Hannover. Constantin hat einen Traum: Zwei Pferde vor seinen Bauwagen spannen und als Wanderschäfer übers Land ziehen. Pferde hat der ehemalige Theologiestudent noch keine, einen Bauwagen schon. Der steht mit acht weiteren derzeit im Grenzgebiet von Linden und Badenstedt.

Doch die Uhr tickt. Geduldet wird die zwölfköpfige Truppe mit ihren vier Hunden auf der Freifläche neben der Gartenkolonie Am Ihlpohl nur noch bis Montag. „Dann müssen die Bewohner damit rechnen, dass wir sie auffordern werden, den Platz zu räumen“, so Stadtsprecher Dennis Dix.

Eine Alternative für den Standort ist jedoch nicht in Sicht. Auch den Platz in Badenstedt haben die Bauwägler nach ihrer Odyssee vom Conti-Gelände über die Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Bothfeld nur durch Zufall gefunden. Nina, Krankenschwester von Beruf, war hier früher oft mit ihrem Hund spazieren gegangen.

Ernsthaft glaubt niemand daran, dass am Montag die Polizei zur Räumung anrücken wird. Die Bauwägler setzen auch Hoffnungen in die Politik. Bezirksbürgermeisterin Brigitte Schlienkamp (SPD) war vor wenigen Tagen zu Besuch. „Ich denke nicht, dass die sofort räumen müssen“, sagt auch sie. Wie es weitergehen könne, wisse sie aber auch nicht. Zunächst sollte sich der Bezirksrat damit beschäftigen. Der tagt am 18. April.

Die Kleingärtner sehen die neuen Nachbarn mit gemischten Gefühlen, viele äußern aber auch Sympathie. Ingeborg Blumenhagen kommt jeden Tag mit ihrem Hund an dem Platz vorbei. Wenn die großen Hunde der Bauwägler auf ihren kleinen Terrier zustürmen, hat sie nur Angst, dass ihr Hund böse reagiert. „Die Bewohner und ihre Hunde sind alle prima“, ist die Rentnerin überzeugt. „Auch von meinen Bekannten hat noch keiner gemeckert.“ Andere allerdings schon. Vor allem Hundebesitzer, die den Platz bislang als Auslauffläche für ihre Tiere nutzten.

Die Bauwägler wollen nur eins: „Endlich einen Platz, den wir pachten und auf dem wir uns dauerhaft einrichten können“, sagt Daniel. Sie wollen zurück zur Freiheit einer einfachen Lebensweise in direktem Kontakt zur Natur. Ein gemeinschaftliches Miteinander ohne autoritäre Strukturen. „Eine Störtebecker-Demokratie“, nennt es Constantin. Ohne Piratenkapitän allerdings.


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