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Beleidigung

"Piss-Mannschaft": Schatzschneider muss zahlen

"Piss-Mannschaft" - so beschmipfte 96-Scout Dieter Schatzschneider in der letzten Saison den FC Bayern München. Der Rekordmeister reagierte mit einer Anzeige. Nun muss Schatzschneider zahlen.

Hannover. Bis heute hat Dieter Schatzschneider so viele Tore für Hannover 96 geschossen wie kein anderer, bis heute führt er die ewige Torschützenliste der zweiten Bundesliga an. Im vergangenen Jahr hat die treffsichere Vereinslegende den Roten allerdings ein dickes Eigentor beschert: In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung hatte er am 20. Mai 2015 - mitten im Abstiegskampf - den FC Bayern München als „Piss-Mannschaft“ bezeichnet.

Bei den Bayern reagierte man wenig souverän auf die Äußerung des Ex-Stürmers und erstattete prompt Anzeige wegen Beleidigung. Mit einer Handlung - dem Interview - soll er 37 Personen beleidigt haben, schließlich habe Schatzschneider die ganze Mannschaft angesprochen. Die Staatsanwaltschaft München I leitete deswegen ein Verfahren (AZ: 465 JS 115270/16) gegen den 57-Jährigen ein, der als enger Vertrauter von 96-Präsident Martin Kind gilt.

Schatzschneiders Anwalt Fritz Willig (früher selbst mal 96-Präsident) schaltete sich ein und handelte die Verfahrenseinstellung aus - gegen Zahlung einer Geldbuße, in diesem Fall eine Spende von 2000 Euro an die Kinderkrebshilfe. Die Summe ist bereits überwiesen, das Verfahren damit vom Tisch. „Eine faire und vernünftige Entscheidung“, sagte Willig gegenüber der Neuen Presse.

Sein Mandant habe sich umgehend für die Äußerung entschuldigt. „Schatzi ist eben ein echter Roter“, erklärt Willig den rüden Ton des Ex-Torjägers. Bereits einen Tag nach dem Interview sagte Schatzschneider, bei der Wortwahl habe er wohl „überzogen“. Willig sagte dazu, die 96-Legende bedaure die Beleidigung des FC Bayern München und aller Mannschaftsmitglieder. Er sei noch heute befreundet mit vielen ehemaligen Bayern-Spielern. Er habe die Äußerung „aus Angst vor der Übermacht der Bayern“ gemacht - und natürlich, weil sein Herz für 96 schlägt.

Gefallen war der beleidigende Ausdruck, nachdem der deutsche Rekord-Meister kurz vor Saisonende gegen den direkten Abstiegsgegner SC Freiburg 2:1 verloren hatte. Zu dem Zeitpunkt hatten die Bayern schon so viele Punkte Vorsprung, dass sie als Meister der Saison 2014/2015 feststanden. Manch einer hatte da das Gefühl, dass die Spitzenmannschaft deswegen nicht mehr mit vollem Elan dabei war. Hannover und Freiburg hingegen kämpften vor einem Jahr noch um den Klassenerhalt und mussten zudem im letzten Spiel gegeneinander antreten. Damals hat sich 96 bekanntlich gegen die Breisgauer durchgesetzt und konnte ein weiteres Jahr in der ersten Liga bleiben.


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