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Meine Stadt Pimp your Town: Schüler wollen Stadt „aufpimpen“
Hannover Meine Stadt Pimp your Town: Schüler wollen Stadt „aufpimpen“
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22:00 28.05.2013
Setzt sich für mehr Kindergartenplätze ein: Sinan-Cem Aydogan (19, BBS 6).
Hannover

In einer fiktiven Ratssitzung im Neuen Rathaus debattierten am Dienstag rund 60 Schüler und stimmten ab - fast wie die gestandenen Ratsherren und -damen, die normalerweise in dem ehrwürdigen Oval des Ratssaals Anträge verabschieden oder ablehnen. Für die Schüler war die Veranstaltung der Abschluss vom fünften „Pimp Your Town“. Das Planspiel für Kommunalpolitik wird gemeinsam von der Stadt Hannover und dem „Verein Politik zum Anfassen“ veranstaltet.

Foto: Rainer Surrey

Jugendliche sollen so stärker beteiligt und gleichsam vermehrt für Kommunalpolitik interessiert werden.

Beobachtet man die lebendigen Diskussionen im Ratssaal, ist klar: es funktioniert. Sinan-Cem Aydogan beweist es erneut. Bei der nicht enden wollenden W-Lan-Diskussion stellt der 19-Jährige kurzer Hand einen Antrag auf Schluss der Debatte, der einstimmig verabschiedet wird. Nun kann über den Antrag entschieden werden. Mit 32 Gegenstimmen wird er abgelehnt.

Über 20 Anträge, welche die Schülerfraktionen von Leibniz- und Südstadtschule sowie Berufsbildender Schule sechs erarbeitet hatten, galt es abzustimmen. Auch Kompromisse wurden gefunden. Der Antrag der Leibnizschule auf kostenlose Nachhilfe an Schulen wurde auf Änderungsvorschlag der Südstadtschule in kostengünstige Nachhilfe dann doch noch mit knapper Mehrheit beschlossen. „Der Nachhilfelehrer sollte eine kleine Entschädigung bekommen, dann geht das Konzept besser auf“, erklärt Wiktor.

Mit großer Mehrheit beschlossen wurden Themen wie mehr Kindergartenplätze, Schulausflüge oder Aufklärung über den Nationalsozialismus. Nach Prüfung durch die Ratsfraktionsvorsitzenden werden einige der 16 gestern beschlossenen Anträge in den realen Ausschüssen gestellt. Eine zusätzliche Motivation für die Schüler. „Ich finde es super, dass wir mitbestimmen können“, sagt Wiebke Gogolin. Die 16-Jährige hat schon immer gerne diskutiert und ihre Meinung gesagt. „So etwas wie das Planspiel müsste viel öfter gemacht werden. Mit solchen Sachen kann man mehr junge Menschen für Politik interessieren als mit trockenem Unterricht“. Wie alle ihre Mitstreiter ist Wiebke gespannt, wie viele Anträge wohl in die echte Ratssitzung kommen. Und welche davon tatsächlich beschlossen werden.

Jana Meyer

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